Top-Ablenkungsthema No. 1

Die Gestirne stehen einfach ungünstig. Es ist eine Angelegenheit der Astrologie und Astronomie, der Quantenphysik und Psychologie, der Laktatwerte und des Systems. Dass gerade die bayerischen Fußball-Clubs: der FC Bayern, TSV 1860 und der 1. FC Nürnberg hinter ihren Vorgaben herlaufen, das hat immer mehrere Gründe. Schon seit Jahren beobachtet unser Herr Maus das Auf und Ab dieser Clubs in der Tabelle. Schnell Laufen können sie alle, viel schneller als der gewöhnliche Fußgänger oder Autofahrer. Mangelnde Erfahrung mit dem Fußball ist niemandem nachzuweisen. Es fehlt das zusätzliche Quentchen Glück. Vielleicht auch der Mut zum Erfolg. Ihr müßt euch von den Fesseln befreien, das will man jedem Einzelnen in den Katakomben und Kabinen mit auf den Weg geben. Rauf auf den grünen Kunstrasen und: Spitze Hacke Tor.  Während Herr Maus mit tränenerstickter Stimme die genialen Spiele kommentiert, die wir seit vielen Jahren vermissen. Und wohlmöglich auch schon länger. Was man so hört: auch von der Nationalmannschaft. Außer vom Fußballclub aus Bordeux. Zu wünschen ist, daß Ribery und Robben in spätestens anderthalb Jahren wieder einsatzbereit sind – für welche Clubs auch immer. Momentan ist Frank allein auf dem Trainingsgelände unterwegs, weil seine Frau an H1N1 erkrankt ist. Ein Mann vom Pech verfolgt. Wen soll er anspielen? Also wird man auf ihn noch etwas länger warten müssen. Der TSV 1860 und der 1. FC Nürnberg, diese beiden Clubs haben es ihren Fans nie leicht gemacht. Was alle vordringlich jetzt benötigen, ist ein dickes Fell – dringender denn je. Und mit einer zusätzlichen Portion Glück, mutigen Leuten, einem eleganten Spielsystem und einem Bierchen hinterher, da könnte es heißen:

FC Bayern München : 1. FC Nürnberg = 3 : 5

Nach Unten

Trost und beruhigende Worte

Hanika kommt wieder in Ordnung

Hanika kommt wieder in Ordnung

Verzeiht mir

Es ist viel Zeit ins Land gegangen. Es gibt für viele von Euch eine Menge Bewährungsproben im wahren Leben zu bestehen. Und wie jeder von Euch, bin auch ich nicht aus dem Schneider, trotz neuer Regierung. Katastrophen nehmen ihren Lauf und plötzlich doch ganz unerwartet ein Stimmungshoch, auch hier wieder - aus lauter Liebe - das Leben ist nicht zu verstehen. Der Mensch zu wankelmütig und schlimmstenfalls mutterseelenallein. Das Ungehobelte, das Rücksichtslose – allein in der Welt, das Feine, das Einfühlsame zu entdecken.

Ein Moment der Unachtsamkeit am Morgen, und es ist geschehen: ein 10 Zentimeter Riß in der Decke der Hanika. Um 9.33 Uhr. Seit dieser Zeit habe ich lediglich ein Nußhörnchen zu mir genommen, das Prof. Brim aus eigener Tasche bezahlt hat. Mehr geht in meinen nervösen Magen nicht hinein. Das Angebot von Schöner-Fuß: uneinsichtig abgelehnt, die geschätzten  2,5 Std. zum Stammsitz der Firma Hanika in Baiersdorf mit dem Auto zu nehmen. Um 10.22 Uhr Rückruf von Herrn Armin Hanika. Mit schwachen Nerven stammle ich, dramatisch nah am Zusammenbruch, denn die Aufnahmen von gestern, das Moderato von Ferdinando Carulli mit den drei Kreuzen, das war nicht 100 %ig.  Auch das Andantino von Francesco Galegari vom 9. – 12. Takt auf Seite 15, noch unverständlich. Halbblind und fast taub auf beiden Ohren, so wankte ich mit dem Kopf gegen die Wand. Prof. Brim wies auf den Umstand hin, die Fahrt nach Baiersdorf sei doch ein Angebot. Ich schüttelte den Kopf, ein Krankentransport über diese Strecke. Das ist mein Tod. Wie nah ich ihn spüre.

Schöner-Fuß steht standhaft wie ein Zinnsoldat: „Da fahren wir am Samstag hin“. Und taub und schwach der Kopf - drei Kreuze, Fis Cis Gis, auch noch ein Dis schon gleich im zweiten Takt, sie müssen warten. Oh, Heiliger Francesco Ferdinando Galegari-Carulli. Oh Schöner-Fuß. Prof. Brim. Verzeiht mir in dieser Stunde.

Der Schlüssel zum Erfolg

Die Therapie

Selbstverständlich kostet es Giovanni einige Überwindung, sich der Welt so zu präsentieren. Halbnackt und in kurzen Hosen.

„Es ist bedrückend“, so formulierte er, „ein Mann in der Blüte seiner Jahre, und allmählich schwinden die Kräfte.“

Dr. Walter Freund hatte ein Rezept ausgestellt, einen Therapieplan entwickelt. Täglich an die fünf Stunden nun, und das seit einigen Wochen schon, stakst Giovanni im Gesundheitsbrunnen von Todtmoos.

„Das Wasser“, und Giovanni deutet es mit einer Bewegung von Daumen und Zeigefinger, „ist so kalt.“

Wir lachen uns kaputt, wenn er mit steifen Beinen aus dem Brunnen wackelt.

„Lacht ihr nur! Lachen ist die beste Medizin. Ich weiß. Ich weiß.“

Er hat speziell ein Wanderliedchen eingeübt auf seiner Hanika. Auch die Musik ist ein Therapeutikum, mit Nebenwirkungen für unser Ohr. Begleiten Sie diesen tapferen Mann auf seinem fünfstündigen Marsch durch den Gesundheitsbrunnen von Todtmoos.

Entschuldigen wollen wir uns bei unseren treuen wohlwollenden Lesern für die temporäre Abwesenheit. Ein durchschmortes Kabel in der CPU. Wer kennt das nicht.

Ausflug zum Dachsberg

Ausflug zum Dachsberg

Im Salon Louis Fox

„Wie wäre es mit einem neuen Haarschnitt und einmal Fellpflege für sie, Herr Maus?“

Das waren die Worte, Olaf, die Giovanni am frühen Morgen des 4.9. an mich richtete. Leicht herbstlicher Wind, mild die Schleierwolken. Ohne Anmeldung erschienen wir im Frisiersalon von Louis Fox, dem Meister aller Klassen. Hier also hat Giovanni einmal neben dem verstorbenen Opernsänger Hermann Prey gesessen.

„Ich hoffe, daß eines Tages Paolo Conte in den Salon von Louis Fox kommen wird.“

„Bitte nehmen Sie Platz.“

Mein Fell war bereits ein wenig verfilzt, absichtlich, die Rasta-Maus mit Dreadlocks. Giovanni hatte es sich bequem gemacht, Corinna ihm die Halskrause verpaßt, die Schürze übergeworfen. Jetzt lag er halb, halb saß er ruhigen Gewissens. Ich hatte meinen Klappstuhl speditiert. Es war früh am Morgen.

Auf der ersten Seite des Gräfelfinger Morgenboten stand zu lesen, daß Walter Freund und seine Cheyenne es gepackt haben.

„Giovanni, hören sie, seit zwei Monaten ist das Paar zusammen und sie bereits im dritten schwanger, wie geht denn das?“

„Herr Maus, was wissen wir. Lesen sie weiter.“

Aus dem Artikel war zu erfahren, daß der Sexualverkehr mit der Cheyenne bereits während des losen und, ja,  haltlosen Bratkartoffelverhältnisses mit der Dany stattgefunden habe. Ausführlich hat Walter zu allem Stellung genommen, wie er immer wieder während des Beischlafs einen Moment habe überlegen müssen, um nicht ihre Namen zu verwechseln. Letztlich wurde die Cheyenne eben schwanger,  vermutlich ein Racheakt an den Commodore, der die Verlobung mit der Cheyenne aus ungewissen Gründen gelöst hatte. Doch ist der Commodore aktuell mit der Dany zusammen, und auch da hat’s im Karton gerappelt.

„Heutzutage, Herr Maus, es muß alles Hopplahopp gehen. Zeit zum Überlegen braucht’s nicht mehr. Ich sage ihnen was, Herr Maus, als Schorschi seinerzeit im Weißen Haus war, Dog Bo auf seine Aufgabe vorzubereiten, da hat er darauf hingewiesen, daß mit der Fürsorge zu einem Tier die Wählbarkeit eines Politikers entscheidend beeinflußt wird. Und was staunen wir nicht schlecht, daß Bodo Ramelow von den Linken einen solchen Erfolg feiert. Und nicht nur die unbefriedigenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, denn sicher auch sein Begleiter Atilla haben diesen Stimmungswechsel herbeigeführt.“

„Möglich, Giovanni.“

Von der Kassenkraft am Eingang der Frisersalons war ein: „Guten Morgen, Herr Dr. Freund,“ zu hören, „bitte.“

Als Giovanni die Augen aufschlug, um seinen neuen Nachbarn kurz zu begrüßen, war die Überraschung in seinem Gesicht nicht zu übersehen.

„Imp, mal wieder zum Entlausen. Corinna, verpassen sie dem Herrn hier zu meiner rechten eine Dauerwelle.“

„Walter“, und die Begrüßung an seinen Kritiker fiel überaus freundlich und wohlwollend aus. „Was macht die Kunst?“

„Alles in Butter, mein Lieber. Mein Heu ist eingefahren. Und du?“

„Herr Dr. Freund, wie darf’s denn heute sein? Wie Immer?“

„Rosi, Schnitt wie immer, aber heute mal mit ein paar blonden Strähnchen.“

„Walter, seit wann denn Doktor. Wie kommst du an den Doktortitel. Dr. phil. ?

„Imp, Dr. oec.“

Und er schnipste mit den Fingern Pinke-Pinke.

„Und sonst, Herr Doktor?“

„Wie soll’s anders sein, alles in trockenen Tüchern.“

Gräfelfinger Sonne

Reiche Ernte

Allen ein herzliches Dankeschön

Jaaa, er ist da

Erwin Grosche

Die Wahrheit über mein Intimleben

Die reine Wahrheit, bevor jetzt irgendwer jetzt wieder Scheiß redet. (Walter, etc…) Aus Rache. Er weiß es, weil wir mal Kumpels waren. Die Wahrheit in Bezug auf Schöner-Fuß ist die. Sie ist meine Indianerin, wir haben schon lange gemeinsam drei Kinder, ich bringe noch eins aus meiner wilden Zeit mit, die Zwillinge von Schöner-Fuß sind gerade mit dem Abi durch und leisten Zivildienst und die Mimi geht studieren.

Schöner-Fuß und ich, wir haben alles überstanden bis jetzt. Soweit also alles unübersichtlich. Ich ärgere mich in Zukunft mit Walter rum. Da hätte ich mir einen bequemeren Feind aussuchen können. Er hat mich überall reingelegt, weil ich ihm damals keine Heimorgel abgekauft habe, obwohl die viel billiger gewesen wäre als meine Hanika 54 PF, Palisander Fichte. Er hat damals zu mir aus Wut gesagt:

„Du mit deinen Fingern, du greifst immer daneben.“

Er sollte Unrecht behalten. Er irrt sich überhaupt komplett. Und nun ein Kompliment an meine Gattin, daß sie es mit einem mit Botenstoffen Unterversorgten es doch geschafft hat, dazu die Kinder. Die großen Erlebnisse in der Rakete, ich habe sie erlebt, ich war dabei. Später wurden die Abenteuer immer drängender. Die Trennung meines Freundes Golddachs von der Recklinghausen, ein Streich der Sinne. Die beiden leben wohlbehalten droben auf dem Dachsberg und machen weiter in frisches Gemüse und Zutaten für die Lebensfreude. Das Gerippe, das ich aus dem Unterholz in die Schwarzwälder Garage verfrachtete, das später zu einem beliebten Opernsänger und Rennpferd mit Ambitionen avancierte – Sing a Song in the Wind – Bob Dylan, der eben gut tun, wenn man allein auf der Welt ist. Ich muß meine Gedanken erst wieder ordnen. Ich esse wieder gut. Ich trenne die Kost, esse Kartoffeln mit Butter und Öl und Salz. Mehr nicht. Ich trenne nicht ganz, wenn ich mir ein Putenschnitzel in die Pfanne lege und Zwiebeln hinzu: Salz und Pfeffer. Ich esse etwas Käse, nicht zu viel, am Abend überhaupt nicht mehr.

Seit ich Herrn Maus begegnet bin, ist etwas Wunderbares eingetreten. Wir haben uns gesagt, zum Schluß: Es ist auch das Tagebuch eines Weltraumfahrers.

Der vor Wochen festgelegte Therapieplan schlägt amtlich an. Ich werde mal ein Auge draufhalten, wie es weitergeht.

Die Türsteherin von der Promiparty

Die ganze Geschichte hat mir Schorschi gesteckt. Der wieder hat die Details von der Türsteherin. Vielleicht ein Unding, vielleicht. Jedensfalls, Walter Freund hat wieder Aufsehen erregt.  Auf dieser Veranstaltung, es gab Rindsleber in feine Streifen geschnitten, Pasta Pista, Proccoli, Prosecco und Pomodore. Und die Türsteherin hat es Schorschi gesagt, der mit Mademoiselle Ninett ebenfalls zu dieser Promiparty eingeladen war: geröstete Pistazien, Perlmutaustern, Parmaschinken und Parapsychologie.

„Hörmal, ich hab seit 2 Stunden nix mehr richtiges gegessen. Und jetzt warte ich eine geschlagene Stunden hier auf meine Frau. Ja, Sack, wo bleibt sie denn? Watt kann jetzt da schon wieder groß los sein? Nix. Für’n männlichen Verstand, nix wahrscheinlich.“

Walter stand alle fünf Minuten wieder am Eingang.

„Chayenne. Verdammt noch mal. Hier sitzen sie alle zusammen. Datt Beste is schon weg. Und wo ist mein’ Chayenne? – Genau!“

Fünf Minuten später, der Papayalikör war schon weg, der Commodore in bester Stimmung, rief Walter der Türsteherin Frau Bruno ins empfindliche Ohr:

„Ich krieg die Tollwut. Wo schleicht das Weib wieder umeinander. Ich will später noch zum Kartenspiel.“

Da war bereits seit einer  Dreiviertelstunde die Party in vollem Gange, das Buffet schon geräubert, die ersten Bäuerchen gemacht, das Perlhuhn längst nur noch Gerippe.

„Panhas am Schwenkmast! Und noch einmal, wahrscheinlich mit ihren Schwestern beim Shopping.“

Die Dany, die hat ja auf die zukünftige Begleitung von Freund Walter, nach dem Fauxpaus in Giovannis Hütte, vorsichtshalber mal Nein gesagt. Seine neue Flamme ist in der Szenen als Cheyenne kein unbeschriebens Blatt. Vormals in Begleitung des bereits erwähnten Commodore, davor mit Heribert Frantizcek, dem österreichischen Bühnenschauspieler und eine zeitlang in Liason mit dem Schriftsteller Peter Pummel, was Schlagzeilen brachte. Walter ist ja dennoch ein ganz anderes Kaliber. So Schreckgestalten, die tagsüber und nächtens Wort für Wort, Satz für Satz, Kapitel um Kapitel in ihren Personalcomputer tippen:

„Oh Gott, das blutarme Volk.“

Oder die in dramatischen Theaterstücken den Verlogenen spielen. “Geh weg!“

Walter Freund verhökert eloquent im Shoppingfernseh Staubsauger, Espresso-Maschinen, Dampfstrahlerbürsten und Digitalkameras, verteilt Handküsse, Reinigungsmittel und Handwaschpaste, ganz galant. Der Rubel rollt, er kann die Korken knallen lassen. Und immer steht er jeden Tag auf den Beinen.

„Seit einer Stunde warte ich auf dich. Is’ Madame wieder auf’n Trip, oder was? Seit drei Stunden habe ich nichts im Magen, und seit einer nur noch Wut.“

Frau Bruno, die den Einlaß überwachte, die war dann doch ganz traurig über das menschliche Durcheinander. Der Schorschi hat mir das alles erzählt, weil er der Schwager ist von der Bruno. Übrigens ein ganz reizende Dame.“

Ihr Herr Maus

Türsteher Herr Bruno

"Guten Abend, meine Herrschaften."

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