Ich dachte über die Worte des Unbekannten nach. Er sagte: „Die Welt sei komisch.“
Worauf ich erwiderte: „Sie sagen die Welt ist komisch?“
Ich war zu Fuß unterwegs, es war schon spät, es war 23 Uhr. Der Mann begegnete mir um 23 Uhr, Samstagabend. Er sei wütend, das waren seine Worte. Im Laufe des Gesprächs ergab sich auch der Grund für sein Wütendsein, er war an diesem Abend von mehreren Personen unhöflich angesprochen worden. Er habe auf einer Feier aushilfsweise bedient, er, der Sprachen studiert habe, sei auf diesen Verdienst als Kellner angewiesen. Er sei mehrfach von Seiten der Gäste angeraunzt worden, und gerade an diesem Abend habe er sich in einer wankelmütigen Position befunden, und nun trage er sich mit dem Welthader zu einem Freund, für den er von dieser Feierlichkeit eine Kleinigkeit Eßbares mitbringen würde. Aus seiner Jackentasche holte er eine zusätzliche Flasche Bier hervor.
„Heute abend bin ich wütend.“
Ich war es an diesem Abend nicht. Mein Zustand war gut, so daß ich dem Mann ein paar Minuten meiner Zeit schenken konnte. Er fragte mich, was ich von Beruf sei. Ich antwortete ihm, ich sei Schriftsteller. Und er fragte, ob ich davon leben könne. Ich antwortete ihm, daß ich lebe. Und ob ich ihm meine Telefonnummer geben wolle. Und ich antwortete, vielleicht sprechen wir uns wieder einmal zufällig, und er reichte mir zum Abschied die Hand.
Etwas später stand ich so da, auf einem Bahnsteig. Ein Mann drückte auf den Sensor der S-Bahn-Tür, aber die Tür blieb verschlossen. Die Bahn stand drei Minuten an der Station, der Mann versuchte es wieder und wieder, aber die Tür ließ sich nicht öffnen. Es war dies um ca. 23.35 Uhr, dann setzte sich der Zug, den Mann stehen lassend, in Bewegung.
„Die Welt ist nicht nur komisch,“ dachte ich. Auch dieser Mann war an diesem Abend wütend.





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