Es war Giovanni, der aus heiterm Himmel ein wenig zu schmunzeln anfing, völlig grundlos auf den ersten Blick. Er saß da, schüttelte sich ein wenig nach rechts und links, hingegen seine Augen vor Freude, ja, lachten. Giovanni, das sah ich jetzt, besitzt lachende Augen. Er sagte, er habe sich sehr viele Sorgen gemacht, und längst seien die Schwierigkeiten auch nicht gelöst, sie haben dieselbe Schwere wie Tage, Wochen, Monate vorher. Aber er gestatte sich jetzt einfach mal zu Schmunzeln. Und wenn man ihm nun auch ansah, daß er in sich gegangen war, ganz mild sein Blick sich dennoch auf uns richtete, in Freundschaft und Liebe, ganz sanft seine Augen lächelten. Er sei im Moment voller Musik, es sind die Klänge aus Ravels Ma mere l’Oye, die ihn leicht stimmen. Einem ganz ruhigen Gehen und Schauen in einer unbekannten Landschaft zu vergleichen. Eine warme Sommerluft am frühen Morgen an der See, sehr frisch und sehr würzig und weicher feiner Sand zwischen den Zehen. Und von Fern ruft sie: „Giovanni.“ Er hört sie gleich beim ersten mal, und sie kommt auf ihn zugelaufen, und er geht ihr entgegen, um mit lachenden frohen Augen sie zu begüßen, während sie ein wenig an Tempo gewinnt, sieht er ihre Haare im Wind wie Gräser schaukeln und er hört sich selber aufgeregt rufen: „Du bist schon auf, mein Liebe.“ Und er hört sie wieder rufen: „Giovanni.“ Während er: „Ja, hier bin ich. Ich bin da“, ihr durch den weichen Sand entgegen geht. Und sie streicht ihm durchs Haar. Nimmt ihn an der Hand. Küßt ihn sehr schnell auf Mund und Stirn. Weich legt sich seine Hand um sie. Sie bewegt ein wenig den Kopf und dann küßt er sie, ein langer Kuß, ein zärtlicher Kuß, ein klarer Morgenkuß.
„Ein langer Kuß, darüber mußte ich schmunzeln“, sagte Giovanni. „Ein langer Kuß. Ein langer zärtlicher klarer Morgenkuß.“
Und dann stand er auf und ging ihr entgegen: „Ja, hier bin ich. Ich bin da.“

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