Hongkong. Mit King Kong zum Pingpong nach Hongkonk. Eine Weltstadt. Daran zu rütteln, wer wollte es wagen? Ich bin da ganz still. Ich besitze die Telefon-Nummer einer reizenden Frau, deren Tochter vor kurzem in Hongkong war, dieser menschenreichen Metropole, wo so viel passiert, daß man die 3 Gigabyte Speicherplatz auf WordPress ohne näheres Nachdenken mit Texten und Fotos zubaggern könnte. Auch Upsala war Gesprächsthema, eine Stadt, die ich mehr vom Hörensagen wie meine Westentasche kenne. Aber wenn ich auf Upsala zu sprechen komme, dann um elegant ein kleines Bäuerchen zu verheimlichen. So feine Manieren habe ich, wenn ich allein bin. Ansonsten werden halbe Hähnchen mit den Fingern auseinandergepflückt und wie im Schlaraffenland mit weit ausholender Geste aus 2,40 m Höhe in den auf 178 cm befindlichen Schlund befördert. Upsala.
Ehrlich, was ich nicht immer bin, Hongkong und Upsala, das sind Städte, das weiß ich heute schon, das ich die vermutlich nicht besuchen werde. Ich wüßte da gar nichts mit mir anzugfangen, im ersten Moment. Gräfelfing bietet mir mehr Sicherheit. Ich würde hier nicht weggehen. Da könnte Hongkong mit Geld winken, mich mit Gold überschütten, sinnlos. Upsala unter Umständen. Unter Umständen Upsala.
Ich finde die Würm, wie sie so schnell dahinfließt, gerade erst auf einem Teilstück wieder renaturiert, oder renaturalisiert, viel spannender als den Ganges, oder auch den viel zu überschätzten Rhein. Der ja durch die neue Bahntrasse erheblich an Einfluß verloren hat, er ist einfach nicht mehr da. Wenn jemand mal mit einem Zug vom Ruhrgebiet über Duisburg, Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz, Mainz Richtung München gefahren ist, der weiß, was ihn in Boppard wohlmöglich erwartet. Sehen Sie.
Meine erste Wohnung in Gräfelfing befand sich Souterrain. Ich hoffe, das schreibt man so, Souterrain. Ich will jetzt nicht nachschauen, weil das jetzt entscheidend den Fluß meiner Gedanken stört, Weltliteratur für die einzigartige Bewohnerin von Mariposa Island zu schreiben. Ich bin heute drauf. Ich sag ja, die ganze Verwirrung, die man dem Vollmond andichtet, das ist vollschwer richtig, aber mir gehen die Pferde auch schon mal so durch, raketenmäßig.
Kommen wir zum Schluß. Weltliteratur entsteht da, wo sie letztendlich geschrieben wird. Das kann in Hongkong sein, eher aber unwahrscheinlich. In Gräfelfing allemal, da sitz ich in meiner Kemenate, unbekümmert flitzen meine Finger hin und her, ungeachtet grammatikalischer Empfindlichkeiten, narkotisiert von der Trompete, die Dinah Washington durch die Nacht begleitet. Ich lebe gern in dieser Stadt, 24 Stunden, rund um die Uhr.





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