
Die frühen Jahre in Giovannis Leben waren geprägt von Niederlagen. Es dauerte eine Zeit, bis er die Türklinke fassen konnte. Als er soweit war, wurden seine Pläne konkreter. In sehr jungen Jahren bewarb er sich für die Rallye Alstaden – Dakkar. Die Rennleitung aber mißtraute dem jungen Mann, und lehnte die Teilnahme mit der fadenscheinigen Begründung ab, er würde mit seinen Beinchen die Pedale einer 50ccm Herkules nur unzureichend bedienen können. Die Bemerkung Giovannis, die zuständigen Stellen hätten seiner Bewerbung nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, denn er wolle diese Strecke mit einem auf die persönliche Beinlänge zugeschnittenen Kinderrad inclusive Stützräder und vorschriftsmäßigem Helm zurücklegen, und nicht auf einem Motorrad, das beleidigte ihn sehr.
Die dringliche Anfrage, die Aufnahme in den Fußballclub Rot-Weiß Oberhausen, wurde negativ beantwortet, weil die von Giovanni bevorzugte Position des Liberos von einem Mann besetzt war, dem man mehrere Millionen pro Jahr zahle, daß er ein paar Meter mit dem Ball zurücklege, eventuell hier und da nach dem Rechten zu sehen, gerade was Spielgestaltung auch angeht. Schon früh also machte Giovanni die Erfahrung, daß er abgelehnt wurde aus sehr durchsichtigen Gründen, weil sie nämlich alle Land in der Hose hatten, wenn es um ihre Posten, Pfründe und Stellung in der Gesellschaft ging. Er war nicht immer glücklich zu dieser Zeit. Lediglich im Birnbaum im Garten, wenn er zwei Meter über der Erde in die Weite sah, dann sah er Sie, die große Liebe seines Lebens. Schließlich entschloß er sich zur Schule zu gehen. Er unterschrieb einen Vertrag mit Frau Wischermann, der Rektorin, daß ihn zumal die Mathematik, der Sport, Geschichte und die Schach-AG interessierten, für den Rest möge man ihn freistellen. Später kam noch Hauswirtschaft hinzu, da brutzelte er zuerst für Petra, dann für Ulrike, gelegentlich für Heike und Marion Frikadellen.
In den letzten beiden Jahren seiner Schulzeit beschäftigte er sich intensiv mit der Bruchrechnung und dem zusammengesetzten Dreisatz. Er ließ keine freie Minute aus, mit kleinsten Bällen Dribblings, Abpraller und Standardsituationen einzuüben. Er würde den Verantwortlichen von RWO noch einen Elfmeter präsentieren, wie ihn einst sein Großvater Zilli für eben diesen Verein in der Kriegszeit verwandelt hatte: Hacke Spitze Tor. Es handelt sich um eben den Großvater und Fischer, dessen Frau ihm 33 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Hundes Spitz, die wahren Begleitumstände seiner Unauffindbarkeit erklärte. Unter Tränen. Aber Großvater Zilli war da gnädig und liebte meine Omma Berta, wie nur er sie lieben konnte.

Giovannis Großeltern Oma Berta und Opa Zilli
Wir wissen viel über Giovannis Leben, über sein Unbeherrschtsein, wie auch über seine romantische und verklärende Seite. Er wurde zum Abenteurer, hielt in Zadar einen stramm geschossenen Elfmeter eines weithin gefeierten Schützen. Erlangte als Handballtorwart hohes Ansehen. Schmetterte beim Tischtennis mit unvorhersehbarem Effet den weißen Ball übers Netz. Gewann Herz Hand ohne Vier mit knapp 62 Augen. Verlor im Jahre 1978 seine Anstellung in der Verwaltung einer Farben- und Lackfabrik, um etwas später in den Zug nach München zu steigen, um dort an den Vorbereitungen einer Weltraumreise teilzunehmen. Wir sehen ihn auf diesem Foto etwas angemurmelt an dem Tag, als ihn die Absage des Rennleiters und der unverantwortlichen sportlichen Leitung seines Clubs erreichte.

Es geht immer weiter






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