Signore,
es ist soweit, der SPD-Vorsitzende Kurt Beck läßt das Wahlvolk unterrichten, daß er bereit sei, gegen eine Spende von 1 Mio, das, was er Bart nennt, abzunehmen. Formidabel. Sollte einer der potentiellen Geldgeber für diese Großtat die entsprechende Summe locker machen, könnte unzweifelhaft an anderer Stelle ein wenig Not gelindert werden. So weit, so löblich. Sicherlich nicht ganz gefahrlos für die Klientel der Reichen, denn wenn denn dann mehr als 50 % des aufgerufenen Wahlvolkes, aufgrund des vermutlich entstehenden Sympathiezuwachses, bei der nächsten Wahl plötzlich die SPD wählen, könnte es ja durchaus sein, daß ihnen Beck kraft Steuergesetzgebung den ein oder anderen Euro zusätzlich noch aus der Tasche zieht. Da würde die Spende nach Hinten losgehen, die SPD die Geschicke des Landes die nächsten 100 Jahre gestalten, also der Supergau.
Die Rasurprozedur, von den Männern aus dem Nassrasurforum meist in aller Stille und Abgeschiedenheit im Bad vollzogen, die Beck’sche, wünsche ich mir, sollte öffentlich stattfinden, in den Straßen Berlins oder beispielhaft aus dem Geschäftslokal von The Different Scent, da erhält Kurt Beck gleich einen Überblick über ein exklusives Sortiment, eine schöne Angelegenheit.
Der Merkur 37 C, wegen seiner Torsion für Kinderhände etwas riskant, zu diesem würde ich ihm nicht raten, eher zum 500er Progress oder 33 C, vielleicht auch zum Rasiermesser, da könnte ich mir vorstellen, das Angela Merkel mit Spaß und Freud die Rasur übernehmen würde. Eine wunderbar pflegende Rasiercreme ist die Tabula Rasa, ohne Zweifel ein sehr gutes Produkt. Mit einem schönen Silberspitz läßt sich aus ihr ein warmer, cremiger, – oh Wonne, oh Lust -, Schaum schlagen, so wie ihn Männer seit vielen Generationen lieben.
In der SPD ist immer was los.


Signores,
so hat jeder so seine Probleme, Kurt Beck mit seinem Bart, die Frauen mit ihren Männern, die Männer mit ihren Frauen, oder eben die Sorgenfalten in den gleichgeschlechtlichen Konstellationen, der Musiker mit seinem Instrument, die Politik mit der zunehmenden Hilfsbedürftigkeit, der Schauspieler mit seinem Lampenfieber, die SPD mit ihrem Vorsitzenden, die Deutsche Bank mit ihren Verlusten, der FC Nürnberg mit dem Klassenerhalt. Jeden Tag etwas anders, alle Tage gleich. Da läßt Kurt Beck eventuell den Bart vielleicht dann doch noch fallen. Meinetwegen muß er nicht. Sollte er, spendiere ich ein Päckchen Derby-Klingen und den Palmolive-Rasierstick. Für eine bessere Zukunft.
Euer
Giovanni
Ich hätte schon Interesse, die Million zu spenden. Vorher müssten jedoch einige Ungereimtheiten geklärt werden, die mir nach längerer Überlegung aufgefallen sind. Vermutlich habe ich aber die Sachlage nicht richtig erfasst und alles ist in bester Ordnung. Vielleicht können folgende Dinge geprüft werden, die mir suspekt erscheinen:
- Das Gesicht auf dem Bild ist ca. 2 – 3 Zoll schmaler als das von Kurt Beck, wie ich ihn aus dem Fernsehen kenne,
- im Hintergrund sind Fliesen aus italienischem Marmor zu sehen, wie sie eigentlich nur in wohlhabenden Münchner Vororten verwendet werden,
- der Mann auf dem Bild hat gar keinen Bart; das kann noch nicht einmal der feinporige Schaum der Tabula Rasa verdecken.
Vielleicht bin ich mit meinen Anmerkungen etwas kleinlich. Ich bitte aber dafür um Verständnis, da ich die Million nicht in der Schublade liegen habe, sondern erst auf dem Kreditmarkt einkaufen muss.
Der potenzielle Spender
Okay, Olaf, er liegt goldrichtig, denn dieser Mann ist nicht Kurt B., sondern Fuzzy Bär, unser Mann im Kontrollzentrum. Er sorgt dafür, daß die Links an den richtigen Stellen platziert werden und überwacht auch sonst alles andere. Sein Bad ist mit original Terracotta-Marmorfliesen ausgestattet, nebengewerblich unterwegs mit Double-Edge-Rasierklingen und Rasierutensilien en Gros und en Detail. “An Beck habe ich noch keinen Euro verdient”, sein knapper Kommentar.