
Was soll ich sagen, jetzt, wo so vieles getan ist, Gutes in trockenen Tüchern sich befindet? Nicht alles ist gelungen. Das wäre vermessen anzunehmen, die Probelme der Welt seit Reisebeginn auch nur halbwegs lösen zu können. Ich sitze also recht entspannt auf einem Sofa in Baden-Baden, mit einem doppelten Espresso und einer italienischen Vorspeisenplatte, Serano-Schinken und Plockwurst, Oliven und Artischocken, Käse und Chamignons. Die Entscheidung, ob Sing a Song in the Wind auf der hiesigen Galopprennbahn an den Start geht, ich vermute, sie fürchten sich vor einem Kerl wie ihm. Deschön, wenn Sie in Riem was ausrichten können, und dies sind meine ersten Worte an Sie, dann lade ich Sie zu einem kleinen Intermezzo. Ich bin jetzt gerade in Geberlaune. Swoboda sitzt im Gefängnis von Todtmoos, weil er bei einer wilden Verfolgungsjagd das Ortseingangsschild krumm gefahren hat. Sein Blutalkoholpegel lag exakt bei 2,9 Promille in stockfinsterer Nacht.
Vermutlich hat er an einer der jetzt so aktuellen Koma-Saufausrunden teilgenommen. Den Schaden hat er zu verantworten.
Conzuela Schöner-Fuß, die Indianertochter, sie sieht in dem ureiszeitlichen Pronto einen von Erfolg zu Erfolg eilenden Baritonsänger, so wie es Schorschi eben auch gepackt hat. Einen Probenraum hat sie bereits ausgemacht und ein Chor soll gegründet werden: Dicke Decke für eiskalte Damenfüße, “so soll der Chor heißen”. Conzuela sprüht vor Elektrizität und Ideen. Sie spricht bereits von einer Pfingstedition bezaubernder Raketensongs, “sie wird uns die notwendige Stange Geld einbringen, die wir für die Gemeinschaft der Silberspitze dringend benötigen”.
Recklinghausen, seit ihr Golddachs, der sich in großartiger Manier um ihre persönlichen Wünsche kümmert, an ihrer Seite ist, sie schreitet wie eine Königin und will selbst dem Chor beitreten. Ihr Antrag liegt Golddachs vor, der mit Sicherheit keine Einwände erheben wird. Wenn ich also anfänglich von Ruhe gesprochen habe, dann wird die nur unterbrochen durch die Tonleiterübungen des sich formierenden gemischten Chores. Die Recklinghausen zittert noch ein wenig, wenn sie einen Ton halten soll, aber das liegt wohl daran, daß ihr Geliebter seine dunklen Töne mit einer Tiefe in den Raum stellt, daß die Holzbretter des Probenraums vibrieren.

Moin moin guter Giovanni,
ich war nicht wirklich im Lauf der erzählten Geschichte drinne. Aber nach 2maligem Lesen habe ich den neuesten Text nahezu verstanden. Es ist ein wenig wie eine “Telenovela”. Gell? Er gefällt mir gut!
Aber—-(ich Wicht!)
an der Interpunktion würde ich nochmal arbeiten. Ich mag einfach gute Texte in “gutem” Deutsch!
Wenn solche etwas verschraubten Sätze auftauchen, die Slang oder Momentanes beinhalten und ausdrücken sollen, bin ich, als unbedarfter Leser, etwas überfordert. Schreib- und Sprachkünstler, und natürlich auch -Innen, sind die Garanten(Innen)(ha-ha) der treffenden Information.
Schreibstil ist eine Sache.
Er darf aber nie Selbstzweck werden. Das ist oft zu beobachten. (siehe Dr. Stratmann — ganz übel!!)
Inhalte treffend herüberzubringen ist eine hohe Kunst. Dabei Stil zu entwickeln ist die Kür der Schreibenden. Vorher kommt die Pflicht! Stilistik o.k. - aber Verständlichkeit, und da bin ich Purist, empfinde ich als Wohltat!
Es wird soviel sprachlich “verrapsackt ” im Namen der Stilistik (z.B. s.o.).
Die Krone der Schreibkunst ist für mich in einem Erzählfluß alles zu haben.
Stil, fließende Erzählung, Verständlichkeit und Witz. Ein positives Beispiel ist meiner Meinung nach “Herbert Knebel”!!
Arbeite weiter an Texten! Ich mag die Sachen die Du schreibst.
Eine Viertelstunde mehr eingesetzt zum Feilen an der noch treffenderen Sprache, macht Deinen Text wertvoller. Bestimmt.
Viertelstunde? - schaffst Du schon!
Nur Gutes wünscht Dir Dein Freund
Finger
Lieber Finger,
wir, die Crew von der Tullus alpha 11, wir haben Giovanni Deine Mitteilung übermittelt.
Über Giovanni zu sprechen, verbietet sich allein schon, da er uns bezahlt für sein großes Experiment, Raumflug. Letztlich ist uns dieser Mensch entglitten. Er schreibt sich gelegentlich in die abgelegenen Orte schillernder Exzentrik, denn “der Mensch hört einfach nicht zu, so oder so”, so referierte er bei unserem Abflug, mit hängendem Kopf und Schmerzen im ganzen Körper: “Seelisch, psychisch.” “Die Schwerelosigkeit, sie wird den Druck von mir nehmen.” Dennoch, sein Elan ist ungebrochen. “Verrapsackt” ist ein schönes Wort.
Ganz herzliche Grüße
Achim