Merlo I und II

Merlo I und II

Was soll ich sagen? Am Mittag hatte ich mit Merlo gemeinsam musiziert. Die Savarez Corum Saiten sind ziemlich strong, und ich mußte im Vorfeld mit einigen Fingerübungen für den richtigen Anschlag sorgen. Immer wenn ich einen falschen Ton anschlage, plustert sich meine geliebte Amsel ein wenig auf. Gelingen mir aber ganz vorzüglich einige fetzige Riffs, die Akkorde mal wieder sauber und schön gebunden, die Melodie von Summertime gefühlvoll, dann streckt sie ihr Schnäbelchen weit geöffnet in die blaue Luft. Ich spielte mich selbst ein wenig in Trance. Denn plötzlich sah ich die Blaue Lagune im Abendschein der untergehenden Sonne. Ein herrlicher Abend. Ich dachte an Conzuela Schöner-Fuß, die so weit entfernt. An Signore Tasso Dorato, eben Herrn Golddachs und seine Recklinghausen. An mein Rennpferd Sing a Song in the Wind, um das Conzuela bemüht ist und fruchtbare Arbeit leistet, wenn auch mehr auf dem Gebiet des Chorgesangs, wo ich meinen Pronto gern vor Miss Anabel Lee die Zielgerade rauf auf der Rennbahn in Riem hätte galoppieren sehen. Aber  vermutlich ist das alles sehr sehr in Ordnung. Schorschi und Mademoiselle Ninett touren von einem ausverkauften Konzert zum nächsten. Bald also auch noch dieses Nachwuchsquartett. Ich griff beim B daneben, Merlo hob den Kopf. Ich versuchte es erneut, traf den richtigen Ton, sie streckte wieder ihren leicht geöffneten Schnabel gen Himmel: “Gott sei dank.” Plötzlich erschien Großvater Zilli, er warf die Angel weit in die Blaue Lagune, er, der die Vögel so sehr gemocht hat.

Die blaue Lagune

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