Archiv für Dezember 2008

Das Silvester-Konzert in Gräfelfing

Nur noch wenige Stunden

Die Großuhr der Firma Sattler in Gräfelfing

Chief & Administrator wünscht allen Raketenbesuchern einen

 Guten Rutsch

Gesang: Sing a Song in the Wind

Gitarre: Mademoiselle Ninett

C & A feat. Mystery Dog Schorschi

Im Baumarkt Nikotin-Farbe kaufen

(Ladenmusik im Baumarkt. Die Vokale schwingen und begleiten uns bis ins hinterste Eck, wo die Klebefolie präsentiert wird. Ein typisch moderner Gesang.)

„Waaaahaaaauhaaahuua:
I laaaahaaaf youhuhuuu.
Biiiii mahahaiiijjj föööörst
mahaiij evrihihiiithihinng.“

„Scheiß die Wand an, ich muß hier raus.“

„‘Scheiß die Wand’ an, das sagst du zuhause nur, wenn du Fernseh guckst. Aber in der Stadt kommt dir das locker von den Lippen.“

„Zuhause will ich auch nicht, das jemand auch noch mein Wort beim Worte nimmt.“

Ich bin nicht ganz unschuldig, ein wenig windig, gehemmt, der Wintertime-Blues. Und ich: Samstag Sonntag vor dem Dödelkasten und nix als Skispringen, Skilaufen, Rodeln, doch Eisstockschießen tät ich doch vermissen. Und am Sonntag wiederholt das ZDF „Wetten, daß…“, extra für mich extra, der am Samstag bereits alles, alles überdacht hat, weil unsereiner ja nicht permanent die gesamte Columbo-Serie, Rio Bravo und Die Kaktusblüte gucken kann. Shit, und dann kommt Walter, ob ich ihm seine Nikotin-Bude streichen kann. Ich sage, Walter, das ist Schwarzarbeit.

„Aber du kannst dir meine Hütte ja mal anschauen.“

„Das ist Schwarzgucken, Walter.“

Vergiss das einfach schnell wieder

Kaum das man einen Schritt vor die Tür macht, die Kälte macht alles langsam. Ich schrieb ein paar Sachen herunter, dann schlief ich, dann knipste ich den Fernseher an. Seit Tagen schaut mich der Gerhard Derpardiö aus allen Sendern an. Aber heute abend zeigte das bayrische Fernsehen Der Clou mit Robert Redford und Steve McQueen, und dieses Gaunerstückchen gefällt mir immer wieder. Jetzt, während ich wieder vor der Schreibmaschine hocke, bringt arte die doors. Das Geschreie von Jim Morrison geht mir dabei ziemlich auf die Nerven. When the musics over. Okay. Die Farfisa-Orgel. Aber an so eiskalten Dezembertagen bringen einem die doors mit ihrem eigenwilligen Sound nicht sehr viel. Ich bin hundemüde. Im Zimmer hängt die Wäsche zum Trocknen. Mein Nachbar klingelte am Abend noch an und reichte mir eine Tüte mit Backwaren, die er aus dem Geschäft mitnehmen kann, wenn die Sachen nicht verkauft werden. Ich aß drei Semmeln mit Ei und Schinken und Käse. Während jetzt der Morrison wieder ins Mikro krakeelt, damals 1968. Dann wieder die Orgel, der Schlußakkord zu Light my fire. Dann geht es mit den Anfangsakkorden des nächsten Stückes los, Morrison bölkt wieder etwas Unverständliches ins Mikro. Die Temperatur sinkt weiter herab. In einem Alternativsender hocken zwei Ziegenbärte beieinander, die Karten mischen und den Leuten die anrufen speziell das Jahr 2009 schmackhaft machen. Ich könnte schreien vor Unglück, wenn sie nicht am Mittag John Cleese, Jamie Lee Curtis und Kevin Kline in Wilde Kreaturen gezeigt hätten. Da kann man dann schon wieder was aushalten. Außer eben Gerhard Derpardiö. Ich weiß auch nicht, warum ich den Mann nicht mag. Aber dafür brachten sie gestern einen Western mit Henry Fonda und Terence Hill Mein Name ist Nobody. So, jetzt spendiere ich den doors den Aus-Knopf und mach mich ins Bett. Noch so ein paar Namen, die man getrost wieder vergessen kann: Bala Popana, Maik Duck, Luck Leik und das arme Luder ohne Namen, Rita Grillhösl, die ab 23 Uhr in roten Lingerie nach Automarken sucht. Shit, dicker und schicker wird die neue Krise auch nicht sein, die da schon vor der Tür lauert. Oh Shit.

Rauhnacht überall

Der Anruf von Schöner-Fuß erreichte mich im Studio. Die Requisiten stehen bereit. Conzuela sprach ganz heiter vom Guinness-Bier, das sie am Vorabend in einer Biker-Kneipe sich genehmigt hatte.  Auch vom Wilden Wotan und, wenn ich recht verstanden habe, von Frau Perchtl war die Rede, die beide, wenn man nicht zwölf Wochen lang seine Träume aufschreibt, irgendetwas aushecken, was man vorher nicht wissen kann. Sie sagte dann noch, daß sie später an der Bar wohl ein zweites Guinness zu sich nehmen würde, aber zunächst müßte die Feuerfrau nach dem Rechten sehen, denn um die Geister milde und fröhlich zu stimmen, bzw. auch fernzuhalten, seien sie nun zusammengekommen, alte Sofas und Schuhschränkchen zu verbrennen. Sie hauchte mehr ins Telefon als ich überrascht nachfragte, und zwar „Rauhnacht“.  Sie sprach von einer Amsel, die im Schnee nach heruntergefallen Äpfeln hackte, mit hochgeschlagenem Mantelkragen. Von einem nächtlichen Marder, der mit Frühstückseiern in seiner Werkzeugkiste unterwegs sei, um sich durch den Kabelsalat von Automobilen zu fressen.

Schauriges ErwachenRauhnacht, verstand ich wieder. Träume aufschreiben. Zwölf Wochen lang. Sie wolle jetzt nach weiterem Holzmaterial suchen. Das Feuer hält die Geister fern. Nun klärt sich das natürlich auf, daß ich in der letzten Nacht aus einem Alp auffuhr, und der Geist, der mir erschienen war, gar schrecklich in seiner quälenden Not, sah ungefähr so aus:

Die Imp-Filme

Also, die Sache ist ganz einfach, ich habe mich an meinen Bürostuhl angekettet, wie seinerzeit Schorschi ans rote W-LAN vor der Metzgerei Hirschvogel. Ein paar Dinge sind mir aufgefallen, die ich beschreiben möchte. Und erst, wenn ich mit der Niederschrift fertig bin, werde ich zum Telefon greifen und Conzuela bitten, die Ketten zu lösen. Natürlich bin ich mit allem versorgt, mit Kaffee und Tee, mit Sultaninen und Sonnenblumenkernen, mit Äpfeln und Nüssen und einer Flasche Omega 3 Öl und einem Fußabroller, um der nervlichen Anspannung gewachsen zu sein.

Für das nächste Jahr sind mehrere Filme geplant, längere Streifen, für die ich nun die Drehbücher schreiben werde. Die Filmmusik kommt von der Blog & Roll Band Cief & Administrator, C & A. Hoffentlich in gewohnter Form, Kurbjuhn am Bass. Freude schöner Götterfunken: Als Gasthornistin Conzuela am Alphorn. Schorschi hat schon zugesagt. Mademoiselle Ninett wird die Rolle der Telefonvermittlerin übernehmen. Olaf kann schon mal Gelder locker machen und an die genannten Personen auszahlen. Catering liegt wieder in den Händen des erstklassigen hessischen Restaurantinhabers und Kochs Fressack, der bis heute, nach eigener Aussage, noch keinen Cent gesehen hat; aber dafür haben wir uns auf unserer Konzerttour im letzten Jahr schön eine Plauze angefressen. Notiz an Olaf: Du kannst mit der Überweisung an Fressack weiterhin so zurückhaltend agieren. Die Termine der Uraufführung in Gräfelfing werden noch bekannt gegeben.

Gräfelfinger Postbote

Von heute. Meine Sprechgesänge haben sehr häufig etwas langsames, dickfälliges, direkt westfälisch-ruhrpöttlerisch verschlafenes, stures, vielleicht sogar pastorales. Ganz grauslig. Es macht mich ganz wild und ich könnte toben, so behäbig scheint mein ganzes Wesen. Guido könnte mir die Schuhe während des Laufens besohlen. Wenn ich mich dann so höre, dann stinkt mich das richtig an, ich könnte schreien, wennn es denn nutzt. Eine Art von würdiger Teilnahmslosigkeit. Ein brillanter Langweiler in jeder gehobenen Diskussionsrunde. Würde man mich zu einem Thema befragen, wäre der Sachverhalt bereits obsolet, bevor ich noch die Augen aufgeschlagen hätte. Vielleicht liegt es auch an Gräfelfing, diese Richtung. Würde ich zum Beispiel direkt in der Großstadt München leben, meine Annahme, dann sähe es anders aus. Mein Dasein als Schlaftablette, als Schmittchenschleicher, das wäre nicht möglich. Ich rockte im P 1, ich gröhlte in Udo`s Bar, ich wäre auf Amphetamin und Ephedrin, platzte wie ein Stroboskopblitz ins Schumanns. Aus medizinischer Sicht wird man mir wohlmöglich Phlegmatismus attestieren.

Kommt er heut nicht, kommt er morgen.

Mokkassins

Mein Wunschzettel

Ich bin jetzt bereits mehrere Male aufgefordert worden – Entschuldigen Sie, Conzuela, – meinen Wunschzettel vorzulegen. Ich senke den Kopf. Ich habe 1 Millionen Wünsche, ein ganzes Konjunkturprogramm. Aber vielleicht, ja:

  • 1 Satz Hannabach Konzertsaiten 815 Silveredition
  • 2 Paar wollene Strümpfe
  • und ein, zwei, drei Stunden
  • ganz unbeschwert
  • jaa, ganz viele
  • und auch die anderen
  • und noch mehr Stunden
  • Conzuela Schöner-Fuß

 Das wär’s, lieber Weihanchtsmann. Ach, und einen Satz Savarez Corum AJ.

Gesang wem Gesang gegeben

Naja, mir nicht

Horst Tappert ist verstorben

Natürlich hat Horst Tappert als Derrick jeden Fall gelöst. Fritz Wepper hat ihm dabei ja auch tatkräftig geholfen. Ich habe viele Folgen gesehen, ganz klar. Derrick war ja auch so etwas wie ein Straßenfeger. Klar habe ich diesen Edgar-Wallace-Fall fieberhaft verfolgt, Der Hund von Baskerville. Auch diese Durbrigde-Filme und Pater-Brown-Geschichten. Habe ich alles gesehen. In den Kommissariaten gab es damals noch richtige Möbel aus Holz. Am Samstag, den 13.12. ist Horst Tappert im Alter von 85 Jahren verstorben. Ich hatte Horst Tappert in diesem Blog ja schon erwähnt, weil er doch ein prominenter Einwohner von Gräfelfing war. Er war ein Guter, ein Mann aus Wuppertal-Elberfeld. Ein Interview mit Herrn Tappert und Herrn Gerwin.

Das Wasserrad in Gräfelfing

An einem Wintertag.

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