Nachtrag zum Geistersonntag in Gräfelfing

Um acht Uhr in der Früh am Sonntag, die Eiszeit liegt auf den Scheiben ihres kleinen Wagens, eines: Peugot? Die blieben aber auch beschlagen, als wir das Eis weggekratzt hatten. Ich hatte gehört, von Prof. Brima, man darf den Wagen nicht einfach nur mehr leer warmlaufen lassen. Also fuhren wir blind zur Tanke, die seit 1. Januar ARAL ist und nicht mehr Shell. Ich kaufte ihr dort einen Diamanten und eine Flasche Enteisungsflüsssigkeit. Zwei Halbblinde sehen immer noch mehr als einer. Später trank ich im Verlaufe des Tages Tee und wohl auch Kaffee. Einen Zigarillo genehmigte ich mir am Nachmittag oder am Abend. Und aus einer ganz anderen Ecke plötzlich ein Cello, mein Cello aus Mailand dachte ich sofort, die Klänge besänftigen mich. Ich sitze vor meiner Schreibmaschine, das Cello macht alles leicht und luftig, mal auch Tränen lockend. Aus Augsburg dann der erste Zwischenbescheid. Ja, sie sei angeschnallt gefahren, auch habe sie während der Fahrt nicht am Handy gesprochen, überhaupt, es war ganz scheußlich kalt gewesen und man hätte erst einen Holzofen füttern müssen. Erst am Nachmittag habe sie wieder etwas Wärme verspürt und den langen Wintermantel abgelegt. Ich sorgte mich, kalte Räume sind bittere Orte.

Jedenfalls, die Celloklänge, sie schwingen und kommen mit weiten Bögen, alles sehr nachdenklich. Ich saß an der Schreibmaschine und wollte was wegbrezeln. Ich konnte in diesem Moment nicht anders, als einverstanden sein mit so viel farbigem Hokuspokus. Mir sind die Hände gebunden. Es gibt so eigentümliches Zeugs, das aus der Welt zu schaffen, ist relativ unmöglich. Was würde ich jemand raten, der ins Dschungelcamp will, laß’ dich nicht aufhalten. Für so etwas so wunderbar strahlend Verrücktes muß doch auch mal gedankt sein…

Am Mittag fing ich mit meinen Filmen an. Dreh, Cut, das Licht stimmt nicht, Vorhänge, wo sind Vorhänge? Muß Conzuela daran erinnern und mich ans Erinnern in den Hintern treten, wegen der Bohrmaschine. Ich besitze keine Bohrmaschine. Für die wenigen Löcher da in der Wand. Jetzt muß ein Stoff vor die Balkontür. Also muß ich mir eine Bohrmaschine leihen. Das Licht ist nicht gut, oder spiegelt sich, das heißt, natürlich ist ein sonniger Wintertag schön. Auch wenn ich die ganzen Aufnahmen verpatzt habe. Ich bin jetzt in dieser sehr abenteuerlichen Stimmung, die jeder kennt, wenn er sich auf die Socken macht. Signore Lucertole hat den Sound jetzt im Griff und leitet alles vom Dachsberg herunter. Während Mäuse-Marie mehr noch schön ist als wie eine Rose.

Am Abend machte ich noch ein paar andere Sachen. Später ging ich zu Bett. Inzwischen war Conzuela zuhause gut angekommen. Dort, wo mein geliebter Golddachs und seine Karin Recklinghausen weiterhin im Liebestaumel dem Himmel nahe sind. Wo Sizilien T. Bier wieder hat. Gott, jetzt werde ich sentimental, das Cello, was will man zu einem Cello sagen? Ein schönes Instrument.

From Mariposa Island

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