Mal hat man Lust, mal hat man keine. Wenn ich bedenke – der ganze Haushalt. Spülmaschine besitze ich keine, Handarbeit. Eine Waschmaschine im Keller. Schöner-Fuß hat jetzt eine Miele. Sie ist nach dem Konzert gleich zurück in ihr Dorf, ich selbst muß mich um meinen Broterwerb kümmern und meine Unterlagen. Das ist ein wunder Punkt. Obwohl geübt und umsichtig in vielen Dingen, ein gewisser Herr Schlendrian schaut hin und wieder herein. Um aber dennoch auch ein wenig Faulsein zu dürfen, ist natürlich eine gewisse Ordnung notwendig. Mich hat dieses Jahr und letztes Jahr eine Flut von Ämtersachen überrollt. Allerhand Bescheinigungen, Beglaubigungen , usw. Die Anschreiben von der Agentur für Arbeit. Unterlagen aus verschiedenen Seminaren, Zeugnisse für bestandene Prüfungen. Sachen von 1988. Kein Hahn wird wahscheinlich danach krähen. Die Ordner werden mehr und mehr, und mein Platz ist sehr begrenzt. Was ist da eigentlich wirklich alles wichtig von, also raus und neu geordnet. Man bekommt endlich wieder einen Überblick über seine Verhältnisse. Gott, sind die ungeklärt.
Jedenfalls steht allerhand drin in diesem „Ratgeber für den faulen Haushalt„. Gerade auch, was das bewältigen der Büroarbeit angeht. Und ganz klar, Vom richtigen Wegwerfen ist die Rede. Da müssen Sachen weg. Da darf man nicht dran hängenbleiben. Ich weiß nicht, was die Leute alle sammeln. Manches ist schön. Ein Rasierpinsel, zwei drei. Hunderte von Rasierklingen, das ist in Ordnung. Auch Bretterwände voller CD’s, Wahnsinn. Wenn Schöner-Fuß mir eine CD mitbringt, dann gebe ich sie ihr wieder mit. Ich höre mit Genuß z.B. jetzt gerade Dinah Washington „I Remember you“, wunderschön. Man kann das alles nicht konsumieren, was es gibt auf dem MARKT. Letztens saß mir jemand in der S-Bahn mit drei Handys gegenüber. Der hat auch keine Zeit zum CD hören. Ich muß natürlich auch viel an die Hanika ran. Mir ist klar, die Musik gehört zu allem dazu. Wir haben letztens für Schöner-Fuß was besorgt, da hat sie sich gefreut, einen dieser kompakten Radio- und CD-Player von Sonoro, der cubo.
Die Indianertochter kennt Häuser: „Mein lieber…“, und winkt dann ab.
Essen und Trinken, die Seele usw., wo wir ja alle unentwegt suchen, das die Ruhe findet und einen gesunden Appetit, also Kochrezepte auch, aber da fahren wir dann gerne auch mal nach Berlin, uns mal so richtig durchfuttern bei den Autoren. Conzuela aber wäscht jetzt mit einem Flüssigwaschmittel: „Waschnuss-Flüssigwaschmittel.“ Und sie sitzt vor dem Bullauge, und denkt sich, besser als fernsehen, oder heißt es, wie fernsehen. Is egal. Es sei ein Waschmittel verträglich für alle Temperaturen, von 30 – 95 Grad. Und für alle Textilien, Wolle, Baumwolle und sowas spezifisches wie Seide. Was will man sagen? Da kann man das ja mal ausprobieren. Die Autoren dieses Ratgebers, Gaby Sikorski, Regina Ewert und Chris Kurbjuhn wissen um die Mühen des Haushalts. Wie viel Mühe sie sich mit diesem gut 280 Seiten dicken Buch gegeben haben. Auf Seite 134 geht es den Dreien auch um Waschmittel. Diese Verbindung hinbiegen, Life-balance zwischen geordnetem Haushalt, und: „Laß mal jetzt stehn, und setz dich zu mir, bitte.“







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