In einem Anflug leichter Melancholie am gestrigen Tag, war ich dann am Abend hängagäbliahm am Fernsehabendprogramm, wos zeigt ham a Mannsbild, der wo a wengerl Pipi in a Plastikbecherchen hätt’ strullen sollen. Hatter dann ein bissl verschämt lachen müssen, wie auf’m Klosett sein Pipi ned recht naus hat wollen für den Onkel Doktor. Hatter ned verstanden, weil mei, so lustig wars gradaus. Gottseidank ist der Kameramann hinter ihm gestanden, daß man ned schaugn mußte, wie er drollig lachen hat müssen, wegen Pipistrull. Hatter abgekuckt von dä Robby Williams, weil der juchzt seine sensiblen Lieder auch häufig vom Lokus, also vonne Videos aus de Nasszelle, wo er die Leute direkt zum Kauf animiert für die Welthits, die er da aussen Lokus bringt beim Schiffen. Wenn er jetzt noch egal singt vom Scheißhaus fürn Chef und fürn Kameramann und für de Fans, der Oliver Pocher, dann isser ganz Oben. Auf’n Siegertreppchen, wo se sich nimmermehr schämen brauchen, wenn’s vor lauter Freud die Bux nass machen.
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Imp,
was geht ab? Rechtschreibreform? Liebeserklärung eines Italo-Ruhrgebietlers an Deine Wahlheimat? Laß’ das mal niemanden lesen.
Schöne Ostern
Walter Freund
Freund Walter,
es ist eher die Sprachlosigkeit. Und recht hast scho, daß ich kein Bayrisch reden und schreiben kann. Die Melodie der Sprache, die teilt sich mir im Innern mit, aber sie umzusetzen, da gebe ich Dir wiederum recht, ist kompliziert. Wahrscheinlich ist meine Liebeserklärung an meine Wahlheimat danebengegangen.
Die andere Sache ist, daß der juvenile Unfug, der von vielen Fernsehanstalten zur Erheiterung produziert und übertragen wird, mich kopfschüttelnd macht, daß man den Kasten für Trostzwecke besser nicht einschaltet, oder befreiungstechnisch gleich aus dem Fenster naus wirft.
Schöne Ostern
Imp