Archiv für Juni 2009

Untertagblues – Jörg Hube

Zitat aus Baby your Blues:

„Der atmosphärisch dichteste Ort auf dem Viktualienmarkt in München ist das Kaffeebüdchen der Familie Karnoll. Wo bekommt man heutzutage noch ein Tasse Kaffee für 50 Cent? Bitte! Ein Haferl – ein Euro. Bitte! Ringsherum die Markthändler. Der Gärtner Flexeder steckt immer nen Möhrchen noch zusätzlich in die Baumwolltasche. Oder eine Apfelsine.

Dann wieder kürzlich, Apfelkuchen auf dem Teller und ein Haferl vor mir, wer nimmt Platz am Nebentisch? Der großartige  Schauspieler Jörg Hube, derzeit zu sehen im TamS-Theater in Schwabing. Keine zehn Pferde hätten mich aufgehalten, also hin: “Untertagblues” von Peter Handke. Er ist ein ganz Großer.

‘Sie sind’s doch, Jörg Hube, aus der Serie ‘Löwengrube’.’

‘Im weistesten Sinne schon’, antwortet er.

Das war bei Karnoll. Im Theater kam ich auf unsere Begegnung auf dem Viktualienmarkt zu sprechen. Er hat sich sofort erinnert. Unglaublich,  1 Stunde und 50 Minuten gibt er Gas auf der Bühne. Wahnsinn. Sechs Wochen hat er Tag und Nacht am Text gearbeitet. Er habe kaum geschlafen. Frau Spola, die langjährige Leiterin des TamS-Theaters, was macht sie? Sie kommt mit einer Schüssel Wurstsalat, einem ordentlichen Rettich und Brezn. Die Wenigen, die nach der Aufführung im Foyer beieinander standen, durften zuschlagen. Hube hatte natürlich richtig Kohldampf.

In der Auffführung saß auch Ralf Wolter, der berühmte Sam Hawkins aus den Winnetou-Filmen.“

Jörg Hube ist tot. Und das er nicht mehr ist, ist ein großer Verlust. Damals war das im Tams-Theater, ich war nach seiner Vorstellung ganz hingerissen. Und nachher, im Foyer des Tamstheaters, im kleinen Kreis, da habe ich ein paar Worte mit ihm gewechselt. Is ja immer so eine Sache, aber ich wagte Herrn Hube anzusprechen, um ihm zu sagen, wie sehr mir der Abend gefallen hat. Denn wie er auf  der Bühne agiert und gesprochen hat, das war so beeindruckend, das man ganz still und demütig wird vor so einem großen Mann. Gestern abend, als ich vom Sprechunterricht zur Tür hereinkam und den Fernseher einschaltete, im ARD ich ihn dann im Tatort sah, hintenan im Teletext lesen mußte, daß Jörg Hube verstorben ist, da will man das gar nicht glauben. Das kann doch gar nicht sein -.

Adieu, Jörg Hube, Adieu. Ich danke Ihnen.

Schorschi vor dem Sprung

Der Verkleidungs- und Travestiekünstler, Maler, Fotograf, Sänger, Stuntman und Schauspieler, Steinmetz, Bildhauer, Category Management Berater und bekannt als die Münchner Stimme für alle Bus-, U- und S-Bahnlinien, in einem Wort, der Multisensationalist Schorschi inspiziert vor seinem atemlosen Sprung aus dem Hotel Electric in Marrakech die Straßenlage. Festgebissen in ein brennendes Sofa wird er zum letzten mal diesen Sprung der Öffentlichkeit vorstellen. Die Copyright Rechte liegen bei Frau Schöner-Fuß.

Schorschi vor dem Sprung

In schwindelnder Höhe

Stück Seife, Tee und Kaffee

Kurze Erholungspause

In der Hitze von Marrakech

Wenn Schöner-Fuß nicht wäre, nicht auszudenken. Sie ist gerade auf Promotion-Tour in Marrakech. Überzeugungsarbeit. Die Tullus alpha 11, die schon immer ohne atomaren Antrieb, sondern mit Omega 3 Rapsöl auf Welterkundungsreise geht, da verhandelt die schöne Indianertochter mit den hiesigen Vertretern über eine Landeerlaubnis. Sie ist in Begleitung von Schorschi und Mademoiselle Ninett, auch in der Angelegenheit, einen Auftritt der Blog’n & Roller C & A unter Dach und Fach zu bringen. Per SMS hat sie mir ein Stück Seife, grünen Tee und eine Kaffeemischung geschickt, daß ich in der Zentrale gut versorgt bin. Von vielen Seiten kommt der Einwand, daß mich solche Päckchen sozusagen lebensuntüchtig machten. Ich also in den bedenklichen Zustand verabschiedet würde, meine eigenen Anstrengungen, meinen Lebensunterhalt aus eigenem Antrieb zu sichern, daß solche Hilfspäckchen meinen Ehrgeiz unterminieren. Ich finde, die Leute sollten lieber mehr über sich selbst, als über mich sinnieren, das könnte sie vermutlich ein Stück weiterbringen. Natürlich sind aufgrund der globalen wirtschaftlichen Entwicklung die Raketenausflüge seltener. Der Preis für ein auswärtige Tasse Kaffee liegt derzeit bei 2,60 bis 2,80, und der konstant bei zunehmender Flaute und exorbitant steigenden Insolvenzen. Der Literpreis für ein Glas Mineralwasser liegt laut AZ von vor ein paar Tagen bei knapp 11 Euro und zwischen 13,50. Die Preise für Latte Macchiatto sind vergleichbar. Die Armut könnte also schnell Realität werden.

Dennoch, und das freut mich besonders, Schorschi und Mademoiselle Ninett,  mit einem Zweirad sind sie rüber nach Afrika gefahren. Conzuela hat ein Foto von den Beiden gemacht und mit ins Überbrückungspäckchen gelegt.

Kuschelsex

That's Amore

Fotos copyright by Conzuela Schöner-Fuß

Gruppenfoto mit Kulutsminister

Gruppenfoto mit Kultusminister