Archiv für Juli 2009

Die Wahrheit über mein Intimleben

Die reine Wahrheit, bevor jetzt irgendwer jetzt wieder Scheiß redet. (Walter, etc…) Aus Rache. Er weiß es, weil wir mal Kumpels waren. Die Wahrheit in Bezug auf Schöner-Fuß ist die. Sie ist meine Indianerin, wir haben schon lange gemeinsam drei Kinder, ich bringe noch eins aus meiner wilden Zeit mit, die Zwillinge von Schöner-Fuß sind gerade mit dem Abi durch und leisten Zivildienst und die Mimi geht studieren.

Schöner-Fuß und ich, wir haben alles überstanden bis jetzt. Soweit also alles unübersichtlich. Ich ärgere mich in Zukunft mit Walter rum. Da hätte ich mir einen bequemeren Feind aussuchen können. Er hat mich überall reingelegt, weil ich ihm damals keine Heimorgel abgekauft habe, obwohl die viel billiger gewesen wäre als meine Hanika 54 PF, Palisander Fichte. Er hat damals zu mir aus Wut gesagt:

„Du mit deinen Fingern, du greifst immer daneben.“

Er sollte Unrecht behalten. Er irrt sich überhaupt komplett. Und nun ein Kompliment an meine Gattin, daß sie es mit einem mit Botenstoffen Unterversorgten es doch geschafft hat, dazu die Kinder. Die großen Erlebnisse in der Rakete, ich habe sie erlebt, ich war dabei. Später wurden die Abenteuer immer drängender. Die Trennung meines Freundes Golddachs von der Recklinghausen, ein Streich der Sinne. Die beiden leben wohlbehalten droben auf dem Dachsberg und machen weiter in frisches Gemüse und Zutaten für die Lebensfreude. Das Gerippe, das ich aus dem Unterholz in die Schwarzwälder Garage verfrachtete, das später zu einem beliebten Opernsänger und Rennpferd mit Ambitionen avancierte – Sing a Song in the Wind – Bob Dylan, der eben gut tun, wenn man allein auf der Welt ist. Ich muß meine Gedanken erst wieder ordnen. Ich esse wieder gut. Ich trenne die Kost, esse Kartoffeln mit Butter und Öl und Salz. Mehr nicht. Ich trenne nicht ganz, wenn ich mir ein Putenschnitzel in die Pfanne lege und Zwiebeln hinzu: Salz und Pfeffer. Ich esse etwas Käse, nicht zu viel, am Abend überhaupt nicht mehr.

Seit ich Herrn Maus begegnet bin, ist etwas Wunderbares eingetreten. Wir haben uns gesagt, zum Schluß: Es ist auch das Tagebuch eines Weltraumfahrers.

Der vor Wochen festgelegte Therapieplan schlägt amtlich an. Ich werde mal ein Auge draufhalten, wie es weitergeht.

Die Türsteherin von der Promiparty

Die ganze Geschichte hat mir Schorschi gesteckt. Der wieder hat die Details von der Türsteherin. Vielleicht ein Unding, vielleicht. Jedensfalls, Walter Freund hat wieder Aufsehen erregt.  Auf dieser Veranstaltung, es gab Rindsleber in feine Streifen geschnitten, Pasta Pista, Proccoli, Prosecco und Pomodore. Und die Türsteherin hat es Schorschi gesagt, der mit Mademoiselle Ninett ebenfalls zu dieser Promiparty eingeladen war: geröstete Pistazien, Perlmutaustern, Parmaschinken und Parapsychologie.

„Hörmal, ich hab seit 2 Stunden nix mehr richtiges gegessen. Und jetzt warte ich eine geschlagene Stunden hier auf meine Frau. Ja, Sack, wo bleibt sie denn? Watt kann jetzt da schon wieder groß los sein? Nix. Für’n männlichen Verstand, nix wahrscheinlich.“

Walter stand alle fünf Minuten wieder am Eingang.

„Chayenne. Verdammt noch mal. Hier sitzen sie alle zusammen. Datt Beste is schon weg. Und wo ist mein’ Chayenne? – Genau!“

Fünf Minuten später, der Papayalikör war schon weg, der Commodore in bester Stimmung, rief Walter der Türsteherin Frau Bruno ins empfindliche Ohr:

„Ich krieg die Tollwut. Wo schleicht das Weib wieder umeinander. Ich will später noch zum Kartenspiel.“

Da war bereits seit einer  Dreiviertelstunde die Party in vollem Gange, das Buffet schon geräubert, die ersten Bäuerchen gemacht, das Perlhuhn längst nur noch Gerippe.

„Panhas am Schwenkmast! Und noch einmal, wahrscheinlich mit ihren Schwestern beim Shopping.“

Die Dany, die hat ja auf die zukünftige Begleitung von Freund Walter, nach dem Fauxpaus in Giovannis Hütte, vorsichtshalber mal Nein gesagt. Seine neue Flamme ist in der Szenen als Cheyenne kein unbeschriebens Blatt. Vormals in Begleitung des bereits erwähnten Commodore, davor mit Heribert Frantizcek, dem österreichischen Bühnenschauspieler und eine zeitlang in Liason mit dem Schriftsteller Peter Pummel, was Schlagzeilen brachte. Walter ist ja dennoch ein ganz anderes Kaliber. So Schreckgestalten, die tagsüber und nächtens Wort für Wort, Satz für Satz, Kapitel um Kapitel in ihren Personalcomputer tippen:

„Oh Gott, das blutarme Volk.“

Oder die in dramatischen Theaterstücken den Verlogenen spielen. “Geh weg!“

Walter Freund verhökert eloquent im Shoppingfernseh Staubsauger, Espresso-Maschinen, Dampfstrahlerbürsten und Digitalkameras, verteilt Handküsse, Reinigungsmittel und Handwaschpaste, ganz galant. Der Rubel rollt, er kann die Korken knallen lassen. Und immer steht er jeden Tag auf den Beinen.

„Seit einer Stunde warte ich auf dich. Is’ Madame wieder auf’n Trip, oder was? Seit drei Stunden habe ich nichts im Magen, und seit einer nur noch Wut.“

Frau Bruno, die den Einlaß überwachte, die war dann doch ganz traurig über das menschliche Durcheinander. Der Schorschi hat mir das alles erzählt, weil er der Schwager ist von der Bruno. Übrigens ein ganz reizende Dame.“

Ihr Herr Maus

Türsteher Herr Bruno

"Guten Abend, meine Herrschaften."

Herr Maus holt aus

Herr-Maus

„Eine Zeit der Stille, der Einkehr, Herr Maus“, das waren die Worte, die Giovanni an mich richtete. „Erholen sie sich.“

Er selbst hat sich auf den Weg gemacht. Mit frisch besohltem Schuhwerk ist er wieder auf  Tour. Das Wetter, sagt er, das ist wie es ist. Regnet es, greift er zum Regenschirm. Am frühen Morgen verläßt er das Haus, erscheint am Abend mit der Bemerkung: “ Ich habe genug gesehen, sehr vieles gehört. Für heute reicht’s.“ 

Dann hängt er den Mantel auf einen Bügel, streift sich die Schuhe von den brennenden Füssen, duscht und läuft mit der Gießkanne in seinen Balkongarten und staunt: „Was für dicke Tomaten bereits, Herr Maus. Wir werden im Spätsommer eine reiche Ernte einfahren. Spitzenmäßig, Herr Maus.“