Wer in München lebt, dem werden schon die vielen Prominenten aufgefallen sein. Man trifft sie an jeder Staßenecke, in den S-Bahnen, in Telefonzellen, wie ich in den 90er Jahren Ottfried Fischer in einer sah. Sterne und Sternchen aus der Film- und Musikszene, Ballvirtuosen hiesiger Fußballclubs, normale Menschen in Anführungsstrichen trifft man selten. Mein kleines Werk „Mein Leben unter Prominenten“ habe ich anderer Stelle bereits erwähnt. Allerdings liegt es im Safe einer Bank, den Neugierigen unzugänglich.
Darin steht, daß ich Harald Schmidt vor der SZ begegnet bin, um 8.30 Uhr in der Frühe. An einem anderen Tag, zu anderer Uhrzeit dem Schalker Trainer Felix Magath ebenfalls in der Sendlinger Straße. Willy Astor bog in Begleitung einer Frau in die Theatiner Str. In der S3 von Unterföhring Richtung Stadtmitte saß Rainer Basedow mir gegenüber, die SZ nach politischen und wirtschaftlichen Blackouts durchforstend. Hermann Prey bei einem Gräfelfinger Figaro. Fast übersehen hätte ich Lother Matthäus, als er aus den Fünf Höfen Richtung Odeonsplatz bummelte. Nicht allein, darf ich verraten. Mit einem frischen Brot in der Hand, trat der Berliner Tatort Kommissar Dominik Raacke aus der Hofpfisterei. Am heutigen Abend stand Jürgen Busse in der S-Bahn Richtung Tutzing.
Ich sah Elmar Wepper in sein Auto steigen, das er vor der Post geparkt hatte. Er war früher auch Kunde eines mir bekannten Handwerkers, der ihn bei jedem Besuch nach seinem Namen fragte. Der Sänger Bata Illic fuhr jahrelang einen alten Mercedes, kurze Zeit später dann saß er in Begleitung einer Frau in der S-Bahn Richtung Stadtmitte, mir vis-a-vis. Udo Wachtveitl ist schon ein ganz alter Bekannter. Ich traf auf ihn bereits an so vielen Orten, daß ich mir nicht sicher bin, ob er nicht privat gedoubelt wird. Von einem Balkon aus in der Schleibingerstraße, nahe Gasteig, verfolgte ich den Weg des Kriminaldarstellers Werner Schnitzer aus der Serie Siska. In Begleitung einer Frau und eines jüngeren Mannes. Vor dem ZDF-Gebäude in Unterföhring stand nach Dienstschluß Diether Krebs allein auf dem Trottoir. Jürgen Busse mit den Sieben Köpfen traf ich Faschingsdienstag am Stachus und Monate später am Max-Weber-Platz in Höhe eines Drogeriemarktes.
„Manne“ Brand kennt jeder, Ermittler bei der Soko 5113: Hartmut Schreier, seine Begleitung verschwand im WMF-Geschäft in der Nähe des Rathauses. Ich könnte weiter und weiter aufzählen. Es würde die Nacht verstreichen. Indiskretionen kann ich mir als ernsthafter Berichterstatter nicht erlauben. Swoboda ist der Typ Plaudertasche, der Namen, Roß und Reiter nennt – und wer mit wem. Unsere Bordcrew geht unbekümmert durch die Welt. In Oberhausen, hat man mir zugetragen, geht kein Mensch mehr durch die City. Wegen der Billigläden, höre ich. Den Tageszeitungen dieser Region, insbesondere den Regionalredaktionen, ihnen geht schon lange der Stoff aus: Null Glamour, kein Glitzern, nicht einmal vornehme Tristesse.





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