In einem Anflug leichter Melancholie am gestrigen Tag, war ich dann am Abend hängagäbliahm am Fernsehabendprogramm, wos zeigt ham a Mannsbild, der wo a wengerl Pipi in a Plastikbecherchen hätt’ strullen sollen. Hatter dann ein bissl verschämt lachen müssen, wie auf’m Klosett sein Pipi ned recht naus hat wollen für den Onkel Doktor. Hatter ned verstanden, weil mei, so lustig wars gradaus. Gottseidank ist der Kameramann hinter ihm gestanden, daß man ned schaugn mußte, wie er drollig lachen hat müssen, wegen Pipistrull. Hatter abgekuckt von dä Robby Williams, weil der juchzt seine sensiblen Lieder auch häufig vom Lokus, also vonne Videos aus de Nasszelle, wo er die Leute direkt zum Kauf animiert für die Welthits, die er da aussen Lokus bringt beim Schiffen. Wenn er jetzt noch egal singt vom Scheißhaus fürn Chef und fürn Kameramann und für de Fans, der Oliver Pocher, dann isser ganz Oben. Auf’n Siegertreppchen, wo se sich nimmermehr schämen brauchen, wenn’s vor lauter Freud die Bux nass machen.
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Der Brudermord im Fahrradschlauch
Veröffentlicht Mai 20, 2008 Schwarze Löcher Hinterlasse einen Kommentar
Inspektor Tasso Dorato ermittelt im Fall „Brudermord im Fahrradschlauch“ in der Bäckereiszene auf dem Viktualienmarkt. „In einem Kürbiskernbrot wurden ungewöhnliche Mengen Weißmehl gefunden. Bei einer sofortigen Duchsuchung eines Lagerhaus im Stadtteil Giesing wurde gammeliges Schimmelbrot entdeckt, das mit 25 % Preisnachlaß an unbescholtene Bürger vertickt werden sollte. Das Weißmehl war von ungewöhnlich schlechter Qualität. Es roch nach etwas Bittermandel. Der Bruder des Weißmehllieferanten, ein seltener Charakter mit wenig krimineller Scheu, versuchte die Hilfskostenstelle 5552 Roggenmehl auf der Sollseite zu manipulieren, um die Margen pro Kilo Kürbiskernbrot von 30 auf über 65 Prozent zu steigern. Der Bruder, ein Biobrotbäcker der ersten Stunde, erwischte den Mehlpanscher, was ihm aber das Leben kostete.“
Entwurf zu einer Kriminalgeschichte. Verfasser: G.I. am 20.05.2008. Anmerkung: Kein schlechter Anfang, die beiden Brüder ordentlich beschreiben. Der Mörder: exaltiert, leicht überzeichnen. Längeres Verhör der Bäckereifachverkäuferin, sofort beruhigen: „Sie sei auf keinen Fall die Mörderin.“ Gag: Inspektor Tasso Dorato dreht sich auf dem Weg zu seiner Frau, bzw. ins Präsidium noch einmal um und fragt: „Eine Frage noch.“ Worauf der Täter in der Folgezeit immer genervter reagiert.
„Robert, wer ist dieser Swoboda, von dem Deschön erzählt?“
„Swoboda ist Fotograf. Einer der aufdringlichen, nervenstarken Typen, rücksichtslos, sensationsgeil und immer zur Stelle.“
„Also jemand, den man hinter Büschen lauernd an Swimmingpools aufgreift.“
„Ja. Ein Berichterstatter, hochbezahlt, im Auftrag der Bourgeoisie. Er arbeitet für diverse Magazine und Lifestyle-Hefte: „Bunte Vielfalt“, „Rosarotes Puderdöschen“, „Glanz und Gloria“. Ein ziemlich gefragter Mann, mutig und vor nichts bang.“
„Und er liegt uns auf der Lauer? Aber wie und wo?“
„Spektakulär und noch heute als ein Halunkenstück gefeiert, wie er damals in einem Ballon über der Villa von Prinzessin Brunhilde von und zu Wachau geschwebt, den Absprung in die Tiefe getan hat.
Die sportliche Prinzessin wagte einen Freiluftsprung aus mehreren hundert Metern Höhe und Swoboda gleich hinterher. Beide landeten im 150cm tiefen Schwimmbeckens ihres Gartens. Patschnaß, aber das Foto, das sie im leichten Badeanzug zeigt, war im Kasten. Später wurde es per Gerichtsbeschluß untersagt, die Prinzessin derart leichtbekleidet zu veröffentlichen. Der Skandal um Swoboda wirbelte mächtig Ärger auf. Wenn auch häufig unsichtbar hinter Ecken, Sträuchern und im Erdreich versteckt, die Presse spricht von ihm.“

„Wir müssen also auf alles gefaßt sein?“
„Auf alles, Giovanni.“
Fotos heimlich geschossen im Deutschen Museum München
Besser ist natürlich die Kehle rauf. Raus mit der Last, die dir dein Herz einengt. Raus damit. Und deshalb war ich gestern auch so drauf. Ich, der Fotograf Achim. So cool kann kein Mensch sein, daß er immer locker, flockig und spritzig durchs Leben geht. Beileibe nicht. Also gestern, als ich so ein wenig in diesem meinem Gefühlsmischmasch da herumfuhrwerkte, und mir hätte so richtig, wie sagt man auf Hochdeutsch, die Kante geben können, hab ich natürlich überlegt, was könnste dir denn so reinsaufen? Den Apothekerpiccolo, okay, wenn mich eine Dame mal besucht, die sich recht höflich und freundlich in eine angenehme Stimmung beschwipsen will, nicht gleich hier bei mir sich zuschütten möchte, lediglich so ein kleiner Mutmacher, sag ich mal, um mir tief in die Augen zu schauen und mir mit fast unseriöser Stimme entgegenhaucht: „Mein Held, sie sehen heute sehr glücklich aus.“ Ich denke, daß ich für eine solche Situation den Apotherkerpiccolo mal im Keller kühl lagern werde.
Die Frage aber, was ich mir denn zur Betäubung meiner Seelenqual und zur Regulierung des Wärmehaushalts die Kehle hinabstürzen hätte wollen, na was soll ich da antworten?
Nehmen wir das allen Schreihälsen leicht zugängliche, durch das Reinheitsgebot gesicherte und dadurch beliebte Bier. Hopfen und Malz, Gott erhalts. Nun sind mir durch meine lange Abstinenz durchgängig die bayrischen Biere unbekannt. Ich kann also über die Qualität der sich abzeichnenden seelischen Veränderungen da keine Aussagen treffen. Macht es lediglich mehr weinerlich, oder läßt es doch mehr die dem Landstrich angedichtete Derbheit in einem solch befeuerten Menschen aufkeimen? Daß er leicht wacklig auf den Beinen und der Konsonanten nicht mehr ganz Herr, sich dennoch robust seiner Frau in den Weg stellt, um ihr einmal in seinem Leben in einem unverständlichen Ton die Meinung zu geigen. Gesetzt den Fall, jemand hat noch ein Schnäpschen ins Glas gemixt, so kann neben der verbalen Entgleisung unter Umständen mal ein Rüttler, Schubser, Nasenstüber den Disput vorantreiben.
Geschmacklich weiß ich also das bayrische Bier nicht zu bewerten. Es ist sonnengelb und trägt ein hübsch weißes Schaumkrönchen, wenn dem Wirt der Gast König ist. Ungeschickt, auch unansehnlich sind jedoch die Halblitergläser und -krüge, bis hinauf zu den an sich für schlanke Gitarrenspielerhände einfach nicht mehr zu stemmenden Maßkrug. Das alles ist ungut. Ich kenne noch die zierlichen 0,2 l Gläser, auch die hübsch auf einem Fuß stehenden Pilsgläser. Was das Bier aus meiner Region angeht, und hier spreche ich vom Altbier und vom Pils-Bier, nicht vom Export, so kann ich in der Rückschau eindeutig den Rat erteilen, nach einer Woche Hannen-Alt die Marke zu wechseln, Köpi, Warsteiner und anschließend das damals von mir geschätzte Diebels, wenn man diese Reihenfolge beachtet, dann kann man das durchaus ein paar Jahre schön gemütlich durchhalten. Geschmacklich ist aber keins der Biere ein wirkliche Offenbarung, und vom Geruch her ziehe ich den Duft leichten Lavendels vor. Um einen wirklich anständigen Rausch mit Bier zu erzeugen, sollte man keine Scheu haben, einen ganzen Abend einzuplanen und für genügend Unterhaltung zu sorgen.
Heikler ist der Wein. Denn hier geht es, wie ich immer häufiger mitbekomme, schließlich in erster Linie um den Genuß. Ich höre oft: „Ein guter Wein. Ein herrlicher Tropfen.“ Und ich möchte da garnicht einschreiten und Bedenken anmelden, denn der letzte Wein, war es ein roter oder weißer, das alles liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück, ich weiß es nicht. Ich erinnere mich an so große Weine wie „Edler von Mornak“ und „Amselfelder“, das sind beides sehr kräftige Sorten und wenn die ersten beiden Gläser unten bleiben, dann dürfte erst am nächsten Morgen und Übermorgen wieder mit Problemen zu rechnen sein. Auch hier kann ich keine guten Ratschläge oder Hinweise erteilen, keine Produktempfehlung aussprechen. Ich schnappe mal hier ein Wort, da ein Schmatzen und Schlurfen und Gurgeln auf, aber ob ich mich auf einen fremden Gaumen verlassen kann. Wenn ich in Gesellschaft also abwinke, mit der Antwort auf den Hinweis: „Aber den solltest du probieren.“ “Aber nicht grad heute.“ So weiß ich über Wein nicht allzuviel zu sagen. Außer daß er schneller besoffen macht, als das harmlosere Bier. Man muß vielleicht auch nicht so häufig zum Händewaschen.
Gut, ein Qualitätssprung hinsichtlich des Alkoholgehalts erwartet uns in der Fachabteilung für Kräuterlikörfeinwaren. Die reiche Auswahl an diesen magenfreundlichen Bittergetränken kann dem Leidenden allabendlich, und auch zwischendurch auf dem Weg wohin, ein hilfreicher Begleiter sein. Ich erinner mich, daß, sollte es diesen Kräuterschnaps noch geben, der Jägermeister ganz ordentlich aufgenommen wird, wenn man gleich hinterher mit etwas Bier nachspült, um die einsetztenden körperlichen und seelischen Veränderungen ein wenig abzufedern und leichter steuerbar zu gestalten. Mit der Kombination von Kräuterschnaps und Bier habe ich mir sozusagen die Welt doppelt gesoffen. Wenn dann die Freundin auf dem Absatz kehrt machte, hoffte ich, das die andere bleiben würde. Aber irgendwie gingen beide, wenn ich über die Teppichkante stürzte. Hier würde ich sagen, im bayrischen Raum, eine recht geglückte Paarung.
Und da wären wir dann schon sehr weit im anderen Teil Deutschlands, wo der Klare, der Doppelkorn und der Bommerlunder für die Landschaft prägender sind. Schütteln tuts den Körper kurzzeitig, rinnt der in sehr kleinen Gläsern servierte Stärkungstrunk den durstigen Hals abwärts. Auch hier kann man gleich ein Bierchen hinterhertun, um den enormen Aufschlag im Magen milder parieren zu können. Aufmerksamkeit ist auch hier oberstes Gebot.
Gänzlich abzuraten ist von gesüßten Likören, und hier ist mir der Coantro in üblester vager Erinnerung. Ein solch großes Kopfkissen habe ich nicht gefunden, um den von teuflischen Schmerzen brennenden Schädel halbwegs sicher zu betten. Das Zeugs bringt garnichts, außer eben enormen Verdruß, gerade auch im engsten Familienkreis.
Sehr männlich ist dagegen Whisky. Witzki, wie ich gerne kolportiere. Es ist ein Getränk für den gestärkten Mann von Welt und läßt im Grunde keine Nuance aus. Von sehr leichter Wärme bis zu grundloser Heiterkeit läßt sich auch ein Rausch erzeugen, wie er exorbitanter und kaleidoskopmäßig von nichts in der Welt übertroffen werden kann. Ich setzte mich 1982 in einem Anfall von unbedingtem Größenwahn an den Rundtisch in der Küche, neben der auf mich wartenden Schreibmaschine stand ein Flasche Racke Rauchzart. Und als ich mich am späten Morgen verwundert am Stuhlbein hinaufzog zum Tisch, um meine Schreibleistungen der Nacht zu würdigen, war ich völlig überrascht, daß ich auch in einer mir völlig fremden Sprache zu schreiben in der Lage war. Ein Übersetzer, ein Mann des Rotweins, hatte allerdings seine Probleme.
All dies waren meine gestrigen Überlegungen, mit was ich mich sozusagen mal betäuben könnte. Ein Glas Apfelschorle mußte dann her, weil mir denn doch der Mund recht trocken geworden war.
Begegnungen
Veröffentlicht Dezember 30, 2007 Schwarze Löcher Hinterlasse einen KommentarTags: München, Nahverkehr, S-Bahn
Ich dachte über die Worte des Unbekannten nach. Er sagte: „Die Welt sei komisch.“
Worauf ich erwiderte: „Sie sagen die Welt ist komisch?“
Ich war zu Fuß unterwegs, es war schon spät, es war 23 Uhr. Der Mann begegnete mir um 23 Uhr, Samstagabend. Er sei wütend, das waren seine Worte. Im Laufe des Gesprächs ergab sich auch der Grund für sein Wütendsein, er war an diesem Abend von mehreren Personen unhöflich angesprochen worden. Er habe auf einer Feier aushilfsweise bedient, er, der Sprachen studiert habe, sei auf diesen Verdienst als Kellner angewiesen. Er sei mehrfach von Seiten der Gäste angeraunzt worden, und gerade an diesem Abend habe er sich in einer wankelmütigen Position befunden, und nun trage er sich mit dem Welthader zu einem Freund, für den er von dieser Feierlichkeit eine Kleinigkeit Eßbares mitbringen würde. Aus seiner Jackentasche holte er eine zusätzliche Flasche Bier hervor.
„Heute abend bin ich wütend.“
Ich war es an diesem Abend nicht. Mein Zustand war gut, so daß ich dem Mann ein paar Minuten meiner Zeit schenken konnte. Er fragte mich, was ich von Beruf sei. Ich antwortete ihm, ich sei Schriftsteller. Und er fragte, ob ich davon leben könne. Ich antwortete ihm, daß ich lebe. Und ob ich ihm meine Telefonnummer geben wolle. Und ich antwortete, vielleicht sprechen wir uns wieder einmal zufällig, und er reichte mir zum Abschied die Hand.
Etwas später stand ich so da, auf einem Bahnsteig. Ein Mann drückte auf den Sensor der S-Bahn-Tür, aber die Tür blieb verschlossen. Die Bahn stand drei Minuten an der Station, der Mann versuchte es wieder und wieder, aber die Tür ließ sich nicht öffnen. Es war dies um ca. 23.35 Uhr, dann setzte sich der Zug, den Mann stehen lassend, in Bewegung.
„Die Welt ist nicht nur komisch,“ dachte ich. Auch dieser Mann war an diesem Abend wütend.



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