Gut, ja, ich ticke im Moment einfach anders. Das Sortieren der Penis-Früchte, das Abwiegen, das Befüllen der Stoffbeutelchen, die Rechnungsstellung, das Ausfertigen der Frachtpapiere für die Spedition, das Kochen des Mittagessens für die Feldarbeiter, die Auszahlung der Löhne, alles, alles muß ja bewältigt werden. Und Conzuela stand plötzlich in der Tür und fragte:
„Du liebst jemand anderen, einen Mann!“
„Wie kommst du darauf? Red keinen Quatsch, komm, fahr das Abendbrot auf.“
Sie sagte kein Wort. Für 20 Euro hatte sie dicke Bohnen, Oliven, Ziegenkäse, Shrimps und eingelegte Schampingjongs eingekauft. Stumm wandte sie sich ab. Ich stand noch am Bügeltisch mit dem heißen Plätteisen. Gott, ja, ich war in dem Moment wieder Bauarbeiter, alles mußte schnell gehen, bevor der Zement hart würde.
„Was ist?“
„Wie sprichst du denn mit mir?“
„Ja, wie denn? Was denn?“
„Ich will von dir wissen, ob du einen Mann liebst? Du hörst den ganzen Tag diesen Aznavour-Song. Weißt du, daß das ein Schwulen-Song ist?“
„Ja sicher weiß ich das. Was ist daran so schlimm.“
„Hörmal, du kommst spät in der Nacht nach Hause. Hörst dich am Morgen vollkommen versoffen an. Was soll ich da denken? Dann schnauzt du mich an, als seien wir ein altes Ehepaar.“
„Hörmal“, schrie ich, „was soll das. Mir ist das doch egal, wer was mit wem am Hut hat. Ich habe den ganzen Tag, genau wie du, noch nichts richtiges gegessen. Ich will mit dir jetzt was futtern.“
„Und was ist mit deiner Liebschaft. Wie heißt er?“
„Ja, spinnst du jetzt. Der Aznavour singt das einfach gut. Der ist unglaublich präsent. Heute tanzen sie alle wie bekloppt auf der Bühne rum, so was Blödes. Schau mal was er da macht. Das ist doch gut. Warum soll er kein Lied für die Schwulen singen, hm? Das hat doch nix mit mir zu tun. Ich finde die Schwulen etwas merkwürdig, wenn sie Pink Christmas auf der Straße feiern. Das ist albern. Der Aznavour singt doch einfach ein gutes Lied, ich finde ihn ehrlich.“
„Aber was fährst du mich an?“
„Ich fahr dich nicht an“, geriet ich aus der Fassung, „ich liebe dich.“




„Wir werden ihm einen 
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