Archiv der Kategorie 'Weltuhr'

Gräfelfing Lohenstraße Bus 268

Wo ist eigentlich Volker
Wo ist eigentlich Volker

Fette Tage

Wenn neben dem Meerrettich auf dem Teller noch Kartoffeln liegen und Rotkohl, der Klecks Meerrettich zur Abrundung der hellen Gaumenfreude den Tafelspitz ankündigt, dann kann ich sehr berechtigt von Fetten Tagen sprechen. Ich habe von meinen letzten paar Kröten Robert Ragun, Peace Spiderman, Loreine Nice und Golddachs in die hiesige Metzgerei zum Mittagstisch geladen. Krisensitzung, wenn man so will. Die Sache ist jetzt die, aufgrund der gezüchteten Penis-Früchte ist zumindest bei uns die Stimmung riesig. Mit der Sexualität läuft es ergo tiptop.

Von einer Krisenstimmung kann keinesfalls die Rede sein. Wir sind noch einmal Plus Minus Null aus der ganzen Sache herausgekommen. Peace Spiderman hat sich so erklärt, daß er mir den Rücken freihalten wird, während Robert Ragun sich weiterhin um die Weltraumaufzeichnungen kümmert. Loreine Nice hält die Kontakte zu Deschön und zur internationalen Presse. Ich habe mich bereits erklärt, ich klopp die Weltliteratur zu mit meinen sehr weitläufigen Überlegungen und Texten. T. Bier schaut da mal drüber, von Sizilien aus. Professor Brim liebäugelt wieder mit der Insel Tokelau, ist aber bereit, für Loreine Nice das wechselhafte Wetter in Deutschland auf sich zu nehmen.

Golddachs und die Recklinghausen, gänzlich ohne Not, sie machen weiter wie gehabt und wie auch bekannt. Conzuela Schöner-Fuß malt mit Öl- und Aquarellfarben lichte Gestalten in den mal grauen, mal blauen Septemberhimmel. So auch im Oktober. Uns alle streift eine vornehme Ahnung. Jaja, vieles ist rund und ansehnlich geworden. Für Sie legen wir noch einmal eine wunderbare Melodie auf, eine kleine wunderbare Melodie. Für Sie.

Eine kleine wunderbare Melodie from Mariposa Island

Eine Himmelsmacht

Denn um nichts anderes geht es hier, die Liebe. Das dürfte mittlerweile jedem klar sein, denn die Liebe, eine Himmelsmacht, sie öffnet die Herzen für das Schöne im Leben. Und dennoch, mit gleicher elementarer Wucht wird durch sie auch das Schmerzliche erfahren. Die Liebe zu einer Landschaft, die Liebe zu einem Menschen, zu einem Tier, zu Musik und Malerei und zur Dichtkunst, zu sich selbst, sie ist Quell und Labsal. Ein Mensch, der verlassen in der Welt umhergeistert, ist ein armer Mensch. Sieht er am Morgen nicht mehr die aufgehende Sonne, den blühenden Kirschbaum, und schmeckt er nicht mehr dessen rote süße Früchte, kann er nicht begeistert den flinken Bewegungen der Eidechse folgen, rührt ihn ein Musikstück nicht mehr zu Tränen, fühlt er sich ausschließlich von Missgeschick und Ablehnung verfolgt, mag er sich nicht mehr hingeben aus Furcht vor weiterer Enttäuschung, dann schleicht er düster und mit Vorwürfen im Herzen seiner armseligen Wege.

Wenn ich mit Lorenzo spazieren ging, sonntags im nahen Stadtwald, da kam kein böses Wort zwischen uns. Es waren anregende und wohltuende Gespräche. Lorenzo, der drei Jahre älter war, liebte die Musik. Durch ihn lernte ich die Beatles kennen, Billy Preston und Elvis Presley. In seinem Zimmer hingen die Bravo-Starschnitte von Paul McCartney und Winnetou und Old Shatterhand. Ich kann mich nicht erinnern, daß er jemals schlecht gekleidet war. Seine hübschen Hemden hingen im Schrank auf Bügeln, daß sie nicht knitterten, blank geputzt waren seine ledernen Schuhe. Er roch nach Farnseife und seine Hände waren gepflegt. Meine Zuneigung zu Lorenzo befreite mich von allen Sorgen. Die Tage mit ihm waren von einer großen Leichtigkeit. Lorenzo kam bei einem Autounfall ums Leben. Er besaß damals auch ein paar Singles von Neil Diamond. Und wenn er aus seinen hübschen Hemden herausgewachsen war, trug ich sie noch eine Zeit lang. Lorenzo und ich, wir paßten gut zusammen. Es war sehr schmerzhaft, als er zwei Wochen vor seinem sechzehnten Geburtstag starb. Ich war zwölf und konnte das alles überhaupt nicht verstehen.

Giovanni und Lorenzo

Giovanni und Lorenzo

Das sind sie alle

Golddachs und seine Frau Karin Recklinghausen, Eigentümer des Dachsberges und dort mit festem Wohnsitz. Conzuela Schöner-Fuß, die zarte Indianertochter. Achim Püttmann, der bei der Landung latent nervöse Weltraumfahrer. Robert Ragun, der abgeklärte Pilot. Guido Zeman, mal hier, mal dort anzutreffen. Peace Spiderman, der Außerirdische. Professor Brima und der Dichter T. Bier. Fuzzy Bär, der stille Mann im Kontrollturm. Loreine Nice, wachsam und die Fäden spinnend. Sing a Song in the Wind, Rennpferd und derzeit vor dem Prüfungssauschuß an der Hochschule für Gesang in Neapel. Signore Lucertole, der Tontechniker aus Ispani mit seiner Mäuse aus der Lombardei. Luigi Commodore, der eifersüchtige Bruder von Mäuse. Helmut Deschön, der Mann von der Pinkpresse, den wir alle so richtig verarscht haben. Und der Fotograf Swoboda, der wegen einer Trunkenheitsfahrt, die an dem Ortschild von Todtmoos abrupt endete, im Kerker derseligen Ortschaft sein unnützes Lebens vergeudet. Sie alle stehen für etwas im Leben, für Erfolg und Niederlage. Habe ich bei der Zusammenfassung und Vorstellung jemanden vergessen. Giovanni Impermeabile, der sich halt durchschlägt. Und zu guter letzt die Familie Merlo, ausgeflogen und verstreut in den Weiten des sommerlichen Himmels, fort. Schorschi und Mademoiselle Ninett, zu allerguterletzt.

Zentrale

Im Golddachsschen Anwesen werden wir die letzten Monate Revue passieren lassen. Man sieht sich.

Fuzzy, Giovanni, Loreine, T.Bier,

Fuzzy, Giovanni, Loreine, T.Bier,

Ein Feiertag

Giovanni und Tante Dosis

Tante Dosis und Gitarren-Giovanni

Zum 50jährigen Jubiläum.

Tante Dosis überreicht dem Raketenmann Giovanni eine Hanika -Gitarre.

Eine Meisterarbeit

Eine Meisterarbeit

Der ARD-Fernsehabend 14.6.2008

ARD-Programm

Am Abend

Merlo liegt sehr klein in ihrem Nest, ein paar Worte meinerseits, sehr schön, sie so ruhig zu sehen. Viel Rummel also die letzte Zeit. Viel Einsamkeit aber beschleicht mich und viel Trauer, so weit entfernt von allen, die mein Herz bewegen. Überall werde ich freundlich empfangen, man reicht mir die Hand und am Abend erhalte ich eine kleine Mahlzeit auf Kosten des Hauses.

Die Gitarrensaiten, die mir T. Bier aus der Heimat geschickt hat, sind angekommen. Also spiele ich tagsüber, und schon zweifle ich, daß ich auf der Hanika etwas zustande bringe, ja, je mehr ich an Fertigkeiten gewinne, um so stärker beschleicht mich eine Ziellosigkeit.  Alles ist stark verwirrend. Es ist besser nicht zu denken. Es ist gut zu Atmen und über das Wasser zu schauen. Wieder bei mir ankommen, einfach werden. Es wird, es wird schon. 

Übers Wasser schauen

Aus der Enge in die Weite

Die Wiese

Weich und saftig schon im Morgentau, die Wiese. Grün und frisch, ein starker Augenschmaus. Denn hat der kompetente Wiesenmann noch nicht den Rasenmäher gezogen übers schöne Feld im Mai, dann zeigt sich Buntheit, Vielfalt alleweil.  Denn so sah ich in der frühen Morgenstunde, so weit das Auge reicht, den Löwenzahn ganz deutlich strahlend nicken. Bald ist es Zeit auch für die Pusteblume, doch noch immer jetzt der Scharfe Hahnenfuß so goldengelb da steht wie auch der Wiesen-Pippau sich gut einreiht ins Konzert. Vergißmeinnicht, so unser aller Wunsch vielleicht, fein bläulich die Erinnerung. Die Schafgarbe, ihr Duft steigt mächtig in die Nase. Nicht so die Acker-Kratzdistel, sie teilt sich muckend mit. Ganz unscheinbar, doch allgegenwärtig das Gemeine Hornkraut, ein Mauerblümchen. Für jeden ist etwas dabei, so ist die Wiese. Für des Menschen sein Auge, vielleicht auch fürs Gemüt, fürs seelische, das teure Herz, für das untreue aber auch, so gerecht ist die Wiese. Auch ausgelassen darf es sein, das Herz, da fühlt sich leichter. Der Elster ein Frühstückstisch, tuckt sie dahin und pickt mal Wurm, mal Käfer von dem bunten Tisch. Der Gelbschnabel aber hopst am Wiesenrand und spritzt ein Häufchen hinten raus, ein Vogelschiß. Auch das verträgt die Wiese. Denn auch der Hund läßt was in ihr liegen, die Kuh scheißt großflächig alles zu, ein Eldorado für die Fliegen.

 

Die Silberspitz-Gemeinschaft

Die frühen Jahre

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Die frühen Jahre in Giovannis Leben waren geprägt von Niederlagen. Es dauerte eine Zeit, bis er die Türklinke fassen konnte. Als er soweit war, wurden seine Pläne konkreter. In sehr jungen Jahren bewarb er sich für die Rallye Alstaden – Dakkar. Die Rennleitung aber mißtraute dem jungen Mann, und lehnte die Teilnahme mit der fadenscheinigen Begründung ab, er würde mit seinen Beinchen die Pedale einer 50ccm Herkules nur unzureichend bedienen können. Die Bemerkung Giovannis, die zuständigen Stellen hätten seiner Bewerbung nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, denn er wolle diese Strecke mit einem auf die persönliche Beinlänge zugeschnittenen Kinderrad inclusive Stützräder und vorschriftsmäßigem Helm zurücklegen, und nicht auf einem Motorrad, das beleidigte ihn sehr.

Die dringliche Anfrage, die Aufnahme in den Fußballclub Rot-Weiß Oberhausen, wurde negativ beantwortet, weil die von Giovanni bevorzugte Position des Liberos von einem Mann besetzt war, dem man mehrere Millionen pro Jahr zahle, daß er ein paar Meter mit dem Ball zurücklege, eventuell hier und da nach dem Rechten zu sehen, gerade was Spielgestaltung auch angeht. Schon früh also machte Giovanni die Erfahrung, daß er abgelehnt wurde aus sehr durchsichtigen Gründen, weil sie nämlich alle Land in der Hose hatten, wenn es um ihre Posten, Pfründe und Stellung in der Gesellschaft ging. Er war nicht immer glücklich zu dieser Zeit. Lediglich im Birnbaum im Garten, wenn er zwei Meter über der Erde in die Weite sah, dann sah er Sie, die große Liebe seines Lebens. Schließlich entschloß er sich zur Schule zu gehen. Er unterschrieb einen Vertrag mit Frau Wischermann, der Rektorin, daß ihn zumal die Mathematik, der Sport, Geschichte und die Schach-AG interessierten, für den Rest möge man ihn freistellen. Später kam noch Hauswirtschaft hinzu, da brutzelte er zuerst für Petra, dann für Ulrike, gelegentlich für Heike und Marion Frikadellen.

In den letzten beiden Jahren seiner Schulzeit beschäftigte er sich intensiv mit der Bruchrechnung und dem zusammengesetzten Dreisatz. Er ließ keine freie Minute aus, mit kleinsten Bällen Dribblings, Abpraller und Standardsituationen einzuüben. Er würde den Verantwortlichen von RWO noch einen Elfmeter präsentieren, wie ihn einst sein Großvater Zilli für eben diesen Verein in der Kriegszeit verwandelt hatte: Hacke Spitze Tor. Es handelt sich um eben den Großvater und Fischer, dessen Frau ihm 33 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Hundes Spitz, die wahren Begleitumstände seiner Unauffindbarkeit erklärte. Unter Tränen. Aber Großvater Zilli war da gnädig und liebte meine Omma Berta, wie nur er sie lieben konnte.

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Giovannis Großeltern Oma Berta und Opa Zilli

Wir wissen viel über Giovannis Leben, über sein Unbeherrschtsein, wie auch über seine romantische und verklärende Seite. Er wurde zum Abenteurer, hielt in Zadar einen stramm geschossenen Elfmeter eines weithin gefeierten Schützen. Erlangte als Handballtorwart hohes Ansehen. Schmetterte beim Tischtennis mit unvorhersehbarem Effet den weißen Ball übers Netz. Gewann Herz Hand ohne Vier mit knapp 62 Augen. Verlor im Jahre 1978 seine Anstellung in der Verwaltung einer Farben- und Lackfabrik, um etwas später in den Zug nach München zu steigen, um dort an den Vorbereitungen einer Weltraumreise teilzunehmen. Wir sehen ihn auf diesem Foto etwas angemurmelt an dem Tag, als ihn die Absage des Rennleiters  und der unverantwortlichen sportlichen Leitung seines Clubs erreichte.

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Es geht immer weiter

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